Internet-Piraterie: Megaupload-Gründer Kim Schmitz auf Kaution frei

Internet-Piraterie
Megaupload-Gründer Kim Schmitz auf Kaution frei

Die spektakuläre Verhaftung des Deutschen hat für Aufruhr in der Netzgemeinde gesorgt - jetzt ist er auf Kaution frei. Die Auflagen: Kim Schmitz darf das Internet nicht benutzen. „Lächerlich“, sagt sein Anwalt.

San Francisco/AucklandMegaupload-Gründer Kim Schmitz kommt auf Kaution frei. Das bestätigte sein Anwalt Ira Rothken gegenüber dem Handelsblatt. Schmitz könnte noch heute oder morgen auf freiem Fuß sein, so Rothken.
Die genaue Höhe der Kaution sei noch nicht festgelegt. Die Kaution ist mit Auflagen verbunden: Schmitz darf unter anderem weder das Internet nutzen, noch mit einem Helikopter fliegen.

Kim Schmitz, oder Kim Dotcom, wie er sich nennt, war auf Betreiben der US-Strafverfolgungsbehörden in Neuseeland festgenommen worden. Ihm und mehreren Mitangeklagten wird Urheberrechtsverletzung im großen Stil vorgeworfen.


Sie sollen wissentlich und mit Vorsatz raubkopierte Filme und andere Medien im Internet zum Download bereitgehalten haben. Die Seite Megaupload, auf der Dateien gelagert und von jedem wieder abgerufen werden können, der die passende Internetadresse kennt, war vom Netz genommen worden.
Die USA verlangen die Auslieferung von Schmitz. Ein erster Antrag auf Kaution war Anfang Februar vom zuständigen Gericht verworfen worden. Jetzt wurde einem weiteren Antrag überraschend stattgegeben.
Schmitz werde, so sein Anwalt, in Coatesville, rund 30 km von Auckland entfernt wohnen.

In der ländlichen Kleinstadt wird er in einem Landhaus wohnen, das er sich zusammen mit seiner Ehefrau teilt.

Das Gericht in Neuseeland kam zu der Auffassung, dass Kim Dotcom nach Beschlagnahmung seiner Konten und Vermögenswerte nicht mehr genügend Mittel habe, um das Land zu verlassen oder unterzutauchen.
Die US-Ermittler gehen dagegen von weiteren versteckten Mitteln aus, so dass sie seine weitere Inhaftierung verlangten. Der Glaube daran, dass da noch mehr sein müsste, reichte dem Richter aber nicht aus.

Allerdings darf Schmitz das Internet nicht benutzen, was sein Anwalt als „lächerlich“ empfindet. Doch hier sieht das Gericht die Gefahr, dass er die Zeit nutzen könnte, um Megaupload in einem Land wiederzueröffnen, auf das die US-Behörden keinen Zugriff haben.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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