Internet-Sicherheit
„Netz wird für Personaler immer wichtiger“

Xing, Facebook, StudiVZ: Personalverantwortliche nutzen immer stärker das Internet und soziale Netzwerke, um sich über Bewerber zu informieren. Die dort häufig freizügig preisgegebenen Infos können schnell zum Karrierekiller werden. Personalberater Lothar Kornherr erklärt, worauf man als Bewerber achten sollte, um eine böses Erwachen zu verhindern.
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Herr Kornherr, laut einer Dimap-Umfrage nutzen 28 Prozent der Unternehmen gezielt das Internet um sich über potenzielle Bewerber zu informieren. Warum wird das neue Massenmedium jetzt verstärkt für diese Zwecke verwendet?

Natürlich wäre man ein schlechter Personalberater, wenn man nicht alle Möglichkeiten zur Recherche nutzen würde. Und dazu gehört auch das Internet.

Welche Seiten surfen Personalberater an um sich ein Bild von den Kandidaten zu machen?

Zunächst schauen wir auf Karriereportale wie Xing und Linkedin, ab und zu auch auf soziale Netzwerke wie Facebook. Aber: Man darf nicht nur einseitig nachforschen. Das Internet und Papier sind geduldig. Informationen, die man auf solchen Seiten über sich selbst gibt sind nicht so stichhaltig wie Dinge die andere über einen sagen. Deshalb sind auch Metasuchmaschinen wie yasni, 123people und natürlich Google sehr wichtig für uns.

Wonach suchen Sie dort im Speziellen?

Dokumente, PDFs und Veröffentlichungen. Hieraus kann man schließen ob die Person über das normale Maß hinaus engagiert ist. Kann Sie komplexe Sachen einfach erklären? Hat sie vielleicht ein Buch veröffentlicht?

Viele Internetnutzer haben Angst, dass ihnen Fotos schaden, die man im Internet von ihnen finden kann. Spielen diese privaten Informationen bei ihren Entscheidungen auch eine Rolle?

Wenn ich auf eigenartige Fotos stoßen sollte, reicht die Bandbreite von amüsiert bis irritiert. Allerdings würde ich nicht allein deshalb eine Person von meiner Liste streichen. Wäre zum Beispiel ein ehemaliger Umwelt-Aktivist Kandidat für eine Führungsposition in einem Mineralölkonzern und ich sähe ein Bild von ihm, wie er vor zehn Jahren eine Bohrinsel gestürmt hat, wäre das zunächst für mich kein K.o.-Kriterium. Es zeigt auch, dass er sich sehr für etwas einsetzen kann. Aber natürlich würde ich den Kunden später darauf hinweisen.

Was müsste auf den Bildern zu sehen sein, damit Sie diesen Kandidaten nicht mehr berücksichtigen?

Problematisch sind Bilder, die uns als Beratung, aber auch den Kunden diskreditieren. Dazu gehören Fotos mit anstößigen Inhalten und strafbaren Handlungen.

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