Internetsuchmaschinen bewegen sich auf rutschigem Parkett
Google & Co schotten sich ab

An den Börsen sind sie derzeit gefeierte Stars - Suchmaschinen, die Millionen von Menschen das Auffinden von Informationen in weltweit über zwölf Milliarden Homepages wesentlich erleichtern.

GARMISCH. Den meist amerikanischen Unternehmen ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, ihre scheinbar altruistischen Suchsysteme in echte Geldmaschinen zu verwandeln. Doch etliche negative Schlagzeilen aus der letzten Zeit legen Zeugnis darüber ab, dass das juristische Parkett für die Suchmaschinen-Betreiber zunehmend rutschiger wird.

Google etwa ist kürzlich von einem französischen Gericht zu einer Strafzahlung in Höhe von 300 000 Euro verurteilt worden. Der Grund: Google hatte unter den Suchbegriffen "Vuitton" und "Imitation" auf den Trefferseiten Werbelinks und Internetadressen von Produktfälschern angezeigt. Laut Branchendienst Heise Online monierte das Pariser Berufungsgericht, dass ein Ausfiltern der Seiten von Fälschern durch Google möglich gewesen sei - dies habe in China das Filtern politisch unerwünschter Seiten gezeigt.

Für ihr China-Engagement und die Unterwerfung unter die dortige Zensur mussten Google, Microsoft und Yahoo heftige Kritik einstecken. "Diese Filtermaßnahmen belegen eindrucksvoll die technischen Möglichkeiten, denen beispielsweise Google bereits heute habhaft ist. Das in weiser Voraussicht selbst gewählte Firmenmotto "Don?t be evil" vermag hier nur eingeschränkt zu beruhigen", warnt der Münchener Rechtsanwalt Jyn Schultze-Melling von Noerr Stiefenhofer Lutz.

Doch auch in den demokratischen Ländern wachsen die juristischen Probleme rund um die Suchgladiatoren. Wer auf deren Trefferseiten ganz vorne mit dabei sein will, der muss entweder die Algorithmen der Suchsoftware kostenfrei passiert haben oder für eine prominente Stelle in den Trefferlisten Werbegelder zahlen. Das geschieht im Fall von Google über das Keyword Buying, auch AdWording genannt. Ein Markenartikler etwa, der auf den Trefferseiten ganz vorne gefunden werden möchte, zahlt für seinen Namen und vielleicht auch noch für die Branchenbezeichnung einen regelmäßigen Betrag an Google, der sich nach der Anzahl der Klicks auf die Links oder Werbebanner bemisst.

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