Interview Lahrs
Hugo Boss: „Wir müssen internationaler werden“

Claus-Dietrich Lahrs hat seit einem Jahr die Zügel beim Weltkonzern Hugo Boss in der Hand. Viel bewegt hat der ehemalige Dior-Manager äiußerlich dabei nicht, dennoch war Lahrs in seiner Amtszeit alles andere als untätig. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erläutert der Konzernchef, was hinter den Kulissen geschieht – und ob sich die Kunden bald auf Rabatte einstellen können.

Handelsblatt: Sie sind jetzt über ein Jahr im Amt. Der Kunde aber hat davon noch nichts gemerkt.

Lahrs: Der Kunde wird das bei unseren Kollektionen im kommenden Frühjahr sehen können. Das Modebusiness ist immer ein Jahr voraus. Aber wir haben in einem für die Branche sehr schwierigen Jahr viel getan.

Und woran genau wird der Kunde Ihre Handschrift erkennen?

Durch eine glasklare Positionierung der einzelnen Marken. Wir haben viel Zeit und Geduld darauf verwendet, unsere Marken voneinander sauberer abzugrenzen und stärker aufzuladen, als das bislang der Fall war.

Im ersten Halbjahr ist der Umsatz allerdings um fünf Prozent gesunken. Wann geht es aufwärts?

Bei einem deutlichen Marktrückgang ist das eine starke Leistung. Mit anderen Worten, wir haben Anteile in einem rückläufigen Markt gewonnen. Die zweite Jahreshälfte wird für den Konzern nicht schlechter als die erste. Aber das Jahr bleibt schwierig. Allerdings sind unsere Kunden, der Textileinzelhandel, nicht mehr so verunsichert wie zu Jahresanfang. Wir erwarten für 2009 insgesamt auf jeden Fall einen Umsatzrückgang.

Woher soll denn in Zukunft das Wachstum kommen?

Wir müssen noch viel internationaler werden. Der Name Hugo Boss ist zwar auf dem Weltmarkt bekannt. Aber wir sind noch weit entfernt davon, weltweit unser Geschäft zu machen. Bisher erzielen wir 70 Prozent unseres Umsatzes in Europa.

Was ist denn Ihr Ziel und wann wollen Sie es erreichen?

In drei bis vier Jahren wollen wir wenigstens 40 Prozent unseres Umsatzes außerhalb Europas erzielen.

Die USA sind doch für Sie heute schon ein wichtiger Markt?

Ja, wir haben schon gute Geschäfte dort und gute, langjährige Kontakte zu den großen Department-Stores. Doch wir haben unser Potenzial noch bei weitem nicht ausgeschöpft.

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