Interview: „Macht aus unterschiedlichen Auffassungen keine Fehde!“

Interview
„Macht aus unterschiedlichen Auffassungen keine Fehde!“

Familienunternehmen sollten sich auf ihre Stärken besinnen, meint Buchautor Sten Nadolny*.

Bruderzwist scheint ein ständiger Begleiter von Familienunternehmen zu sein. Das wissen wir nicht erst seit der Dauerfehde der Bahlsen-Eigentümer. Auch bei den Ullsteins waren die Brüder nicht immer ein Herz und eine Seele.

Selbst wenn sie sich am Anfang einig sind, wie es bei den Ullsteins war – irgendwann gibt es doch Spannungen. Ein Bruder nimmt den anderen nicht mehr ernst. „Der ist alt geworden. Der versteht die Welt nicht mehr“, so lauten dann gängige Vorwürfe. Oft gesellt sich dazu noch dauernde Kritik der anderen Erben, die den tätigen Eigentümern das Leben schwer macht. Dieser Konflikt ist immer da, er ist naturgegeben.

Muss das denn ein Risiko für die Firma sein, wenn Familienmitglieder sich aneinander reiben?

Es gibt Phasen, wo das nicht stört, wo alles noch zentripetal läuft und zusammen wirkt. Aber plötzlich, als hätte jemand einen Kippschalter umgelegt, kann sich das ändern: Jeder ist enttäuscht, alles wird schlechter, man ist nur noch gegeneinander – oder jeder versucht, den anderen zu überholen.

Warum driften die Kräfte in der Firma plötzlich auseinander?

Zunächst: Konflikt kann ja etwas Positives sein. Wenn etwa das Anderssein zu einem Beitrag führt, der das Unternehmen weiterbringt. Aber oft passiert das Gegenteil: Dann fängt der Konflikt an, Munition zu produzieren. Man bekämpft einander, verliert dabei das Gemeinsame aus den Augen.

Wird das von Generation zu Generation schlimmer?

Die Erben etwa haben eine andere Haltung zum Ganzen. Sie setzen rascher aufs Spiel, was Generationen zuvor geschaffen haben. Oder es fahren irgendwann alle Familienmitglieder einen Firmenwagen. Solche Verschwendung halten kleine Unternehmen nicht lange aus.

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