Interview mit dem Loewe-Chef: „Es gibt hier die beste Auswahl an Bieren“

Interview mit dem Loewe-Chef
„Es gibt hier die beste Auswahl an Bieren“

Seit 2008 ist Frieder Löhrer Chef des Fernsehherstellers Loewe in Kronach. Im Gespräch mit unserem Autor erklärt der 52-Jährige die Vorzüge der fränkischen Provinz, warum er Maschinenbau und nicht Musik studiert hat und was ein Karrieredreiklang ist.

Herr Löhrer, Sie sind von Hause aus Komponist. Wann haben Sie das letzte Stück komponiert?

Das ist ewig lange her. Ich habe zwar vor einem Jahr noch mal für eine Fanfare für ein kleines Festival ein Konzept entwickelt-und das habe ich auch noch immer im Kopf -, aber insgesamt ist das Komponieren für mich abgeschlossen. Weil ich meine, etwas nur dann richtig machen zu können, wenn ich es ganz und gar mache. Aber Musik war für mich immer prägend und ist auch heute noch der größte Begleiter, wenn es darum geht, den Kopf für andere Dinge frei zu machen.

Wie kam es dazu, dass Sie sich von der Musik abgewendet haben?

Hauptauslöser war ein Erlebnis mit meinem Vater, der schwer krank wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass er überlebt, war gering. Er hing an einer Herz-Lungen-Maschine. Ich war auf der Intensivstation und sagte mir: Meine Güte, was du machst, stellt keinen Wert dar, versuche doch lieber, solche Maschinen herzustellen. Dann habe ich mich am Helmholtz für Biomedizinische Technik-Institut in Aachen für ein zweiwöchiges Praktikum beworben. Ich habe zwei Wochen an der Entwicklung eines künstlichen Herzens mitgearbeitet und habe versucht, diese künstlichen Ventrikel aus Kunststoff zu bauen.

Da war es passiert?

Das hat mich so fasziniert, dass ich mich schlau gemacht habe. Der Vater eines Freundes war Professor für Maschinenbau an einer Technischen Hochschule. Der sagte: Junge, wenn du den Weg gehen willst, dann ist meine Empfehlung: Mach Maschinenbau!

Und?

Ich bin von jetzt auf gleich ins Maschinenbaustudium umgeschwenkt. Ich habe mich für das Bewerbungsverfahren angemeldet und bekam einen Studienplatz in Aachen zugewiesen.

War die Lösung von der Musik schmerzhaft?

Ich glaube, ich habe damals schon den richtigen Schritt getan. Ich habe mir eins der schönsten Dinge der Welt beibehalten können, als Hobby durch Konzertbesuche und das Sammeln von seltenen Aufnahmen. Musik ist eine wunderbare Nebensache.

Spielen Sie noch ein Instrument?

Ich spiele immer noch Klavier, hin und wieder hole ich auch die anderen Instrumente aus der Truhe raus. Das ist entspannend. Das ist manchmal auch mit einer kleinen Enttäuschung verbunden, denn man weiß, wie gut man mal war. Durch das mangelnde Üben geht die Geläufigkeit verloren.

Was hat Ihr Freund, der Komponist Karlheinz Stockhausen, zu Ihrer Entscheidung gesagt?

Natürlich kommt bei den Menschen, die einen begleiten, eine gewisse Traurigkeit auf. Aber es ist immer der Respekt wichtig, den man vor dem anderen hat. Es gibt eine sehr nette Episode aus dem Leben von Max Planck, der ein brillanter Physiker geworden ist, der aber auch ein hervorragender Geiger war. Der ist zu seinem Physikprofessor gegangen und hat ihn gefragt, was er machen soll: Geige oder Physik? Da sagte der Professor: Lieber Planck, machen Sie Geige. In der Physik ist alles entdeckt. Man kann dem Planck nur dankbar sein, dass er doch die Physik gewählt hat.

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