Interview mit Roland Mack
Europa-Park-Chef: „Wie ein Zirkusdirektor“

Freizeitgestaltung ist auch in der Krise gefragt. Diese Erfahrung macht Roland Mack, geschäftsführender Gesellschafter des Europa-Parks in Rust, derzeit. Der deutsche Marktführer in der Sparte Freizeitindustrie erwartet allein für dieses Jahr zweistellige Wachstumsraten. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagt erklärt Mack, warum die Deutschen in die Parks strömen.

Frage: Herr Mack, wie lautet Ihr Rezept in der Rezession? Brot und Spiele?

Mack: Brot und Spiele ist im geschichtlichen Sinne sicher nicht unser Thema. Aber tatsächlich ist ja gerade in der Krise Unterhaltung stark gefragt, die Leute suchen auch Ablenkung. Unser Erfolgsrezept ist wie immer: Qualität, Emotion und Innovation. Wir wollen die Trends setzen.

Geht das derzeit überhaupt?

Wir spüren Wirtschaftskrisen nicht direkt. Im Gegenteil: Unsere Besucherzahlen wachsen zweistellig.

Wie erklären Sie sich das?

Da fällt der eine oder andere längere Urlaub aus und zur Kompensation kommen die Leute in den Europa-Park auch als Kurzurlaub. Wir bieten ihnen komprimierte Unterhaltung und eine neue Super-Achterbahn.

Spektakuläre Bahnen gibt es auch in anderen Parks.

Zum Glück, denn teilweise kommen die aus unserem Produktionsbetrieb. Aber ernsthaft, es zählt der Gesamteindruck. Wir bieten auf dem Gelände und in den Hotels zusätzlich südländische Urlaubsatmosphäre.

Was unterscheidet Sie von einem gewöhnlichen Mittelständler?

Vielleicht mehr Emotionen.

Das brauchen doch andere Unternehmer auch.

Ja, aber unser Geschäft sind Gefühle. Mein Motto sind die vier M: Man muss Menschen mögen. Wir wollen die Leute glücklich machen, wenn sie bei uns sind. Dafür braucht man feine Antennen und Liebe zum Detail.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Wir haben in Spanien alte Dachziegel für unsere Hotels gekauft. Natürlich ist unter den Ziegeln ein modernes Dach. Aber es wirkt warm und ist authentisch. Das spüren die Gäste.

Aber reicht das?

Ich muss auch ein bisschen sein wie ein Zirkusdirektor. Mein Vater war immer darauf fokussiert, die technisch beste Bahn zu bauen. Den Parkbetrieb an sich sah er zunächst etwas skeptisch. Er war später schon überrascht, wie groß der Park wurde und wie viel man damit verdienen kann.

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