Interview mit Solarworld-Chef Frank Asbeck
„Man muss dem Glück eine Landebahn geben.“

Frank Asbeck ist der Chef von Solarworld. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er darüber, wie er mit einer Autovermietung für Journalisten in Bosnien Geld verdiente, seine seherischen Fähigkeiten als Unternehmer und über Strom für das göttliche Bodenpersonal.

Handelsblatt: Herr Asbeck, Sie wollen einen Zoo in den Bonner Rheinauen errichten, in dem es auch Löwen geben soll.

Frank H. Asbeck: Ja, das soll ein Demo-Bauernhof mit Nutztieren sein, die der Kommerzialisierung und Industrialisierung nach und nach zum Opfer gefallen sind. Wir haben heute einen sich immer stärker verengenden Gen-Pool, den ich konservieren möchte.

Wie passt da der Löwe rein?

Der Simbabwe-Löwe ist auch bedroht. Und der Löwe ist ein Symbol, unabhängig davon, dass er mein Sternkreiszeichen und mein Aszendent ist. Der Löwe ist ein Zeichen von Kraft und das ergänzt sich im Ägyptischen mit der Kraft der Sonne. Es gibt verschiedene Symbolismen, die ich mir zu eigen gemacht habe. Ich bin immer größere, stärkere Dinge angegangen. Wo andere Leute die Hauskatze präferieren, ziehe ich einen Löwen vor.

Setzen wir da an. Sie sind ein Selfmademan?

Ich weiß nicht, was ein Selfmademan ist. Was ich weiß, ist, dass jeder Mensch durch seine Umgebung geprägt wird. Man muss dem Glück, das man für Erfolge braucht, die entsprechende Landebahn geben. Mit dem geschäftlichen Glück ist es so, dass es um jeden kreist. Man muss ihm nur die Möglichkeit schaffen, dass es landen kann. Wenn einer sagt, er hat eine spezielle Fähigkeit, dann muss er die durch Handwerk und Lernen untermauern. Dann wird das Glück das erkennen und auch kommen.

Was ist Ihre spezielle Fähigkeit?

Ich sehe meine Fähigkeit in der Vorausschau. Ich erkenne Trends sehr, sehr früh. Viel früher als andere Leute. Ich habe sehr früh die Biomarkt-Welle vorausgesagt. Ich habe im Bereich der erneuerbaren Energien sehr früh über diese Dinge geredet und sie auch angefasst. Meist bin ich anderen zehn Jahre voraus. Das ist auch die Vorausschau, die man braucht, wenn man nicht im Nachhinein in einen Bereich investieren will. So wie das Konzerne machen, die auf einen fahrenden Zug aufspringen und sich den Erfolg mit viel Geld erkaufen müssen. Man muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein - mit dem richtigen Projekt.

Sie haben vom Biotrend gesprochen. Ihr Studium haben Sie durch eine Streuobstwiese finanziert?

Ja, das Obst habe ich verkauft und dann festgestellt, das muss man größer aufziehen. Damals gab es die Demeter-Bewegung und dann kamen die Zeiten um Bioland, das ist so 26 Jahre her. Ich dachte mir, es müsste so etwas geben wie einen Bio-Aldi. Allerdings ist der erste BioSupermarkt in Bonn gefloppt. Er kam zu früh, die Leute wollten Bio-Produkte mit einem philosophischen Überbau kaufen.

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