Interview mit Uta Blankenfeld
Wie Matchmaking funktioniert

Wenn Geschäftsleute neue Kontakte suchen, haben Sie heutzutage zahlreiche Möglichkeiten. Sie können sich in Netzwerken engagieren oder sich online in Kontaktdatenbanken eintragen. Eine weitere Möglichkeit ist, sich professionell matchen zu lassen. Ein Gespräch mit Uta Blankenfeld, Inhaberin des Unternehmens Matchworker aus Hamburg.

Handelsblatt.net: Hochkarätige Manager haben doch eher zuviel als zu wenig Kontakte. Warum sollten diese zu Matchmaking-Veranstaltungen kommen, wie Sie die anbieten?

Blankenfeld: Viele Manager müssen mit ihrer Zeit für Veranstaltungen sehr gut haushalten. Deswegen kommen für sie nur Treffen in Frage, bei denen sie schnell und zielgerichtet die richtigen Ansprechpartner finden. Das ist der Grund, warum es Matchmaking-Veranstaltungen überhaupt gibt. Im Vorfeld wird bereits erfragt, mit welchen Unternehmen sie gern sprechen würden. Aus der Teilnehmerliste können die Manager ihre Gesprächspartner auswählen. Vor der Veranstaltung erhalten dann alle Teilnehmer eine aussagefähige Termin- und Gesprächsliste. Als Anbieter ist es möglich, an einem Tag zwischen vier und zehn Gesprächen zu führen - ausschließlich Erstkontakte. Nachfrager bekommen an einem Tag einen schnellen Überblick über die am Markt verfügbaren Lösungen und Leistungen. Es gibt kaum eine Möglichkeit, den Tag effizienter zu nutzen. Vergleicht man Matchmaking mit anderen Marketing- und Vertriebsformen, schneiden solche Veranstaltungen daher in der Regel sehr gut ab.

Handelsblatt.net: Wie können Manager denn herausfinden, ob ein Kontakt sich für sie später als wertvoll herausstellen wird?

Blankenfeld: Den endgültigen Aufschluss darüber, ob ein Kontakt wertvoll ist oder nicht, gibt meist erst das persönliche Gespräch. Natürlich kann man im Vorfeld Unternehmensinformationen anfordern, Firmenbroschüren studieren und E-Mails schreiben. Aber ob man mit einem neuen Unternehmen zusammenarbeitet, wird in den seltensten Fällen ohne ein Treffen entschieden. Daran hat auch das Internet nichts geändert. Und genau da setzen auch die Matchmaking-Veranstaltungen an. Wo es sinnvoll ist - etwa bei den Anmeldungen zu den Treffen und dem Bereitstellen von Firmeninformationen - kommt das Web zum Zuge. Wenn es schließlich um die Zusammenarbeit mit einem anderen Unternehmen geht, kann jedoch nichts das persönliche Kennenlernen ersetzen.

Handelsblatt.net: Und was machen Sie, wenn das Matchmaking nicht funktioniert und sich die Personen untereinander nicht verstehen?

Blankenfeld: Dann hat das Matchmaking doch auch funktioniert. Denn Ziel der Veranstaltung ist ja nicht, dass alle mit allen ins Geschäft kommen, sondern dass die Entscheider schnell herausfinden, welche Unternehmen, Leistungen und Personen sie für eine Zusammenarbeit in die engere Wahl einbeziehen undwelche eben auch nicht. Mit den Unternehmen, die weiter im Rennen sind, werden die Gespräche fortgesetzt - außerhalb der Matchmaking-Veranstaltungenoder gleich am selben Abend bei einem Glas Wein.

Dr. Uta Blankenfeld beschäftigt sich seit fast zehn Jahren mit dem Thema Geschäftskontakte. Im Jahr 1998 gründete sie die Firma Projektwerk, eine Online-Plattform zur Vermittlung von Dienstleistern - vorwiegend aus den Bereichen IT, Marketing und Beratung. Matchmaking zwischen Angebot und Nachfrage, zwischen Pro- jektanforderungen und rund 20.000 Unternehmensprofilen gehört zu ihrem täglichen Geschäft. Kontakt unter: https://www.handelsblatt.net/hp/Uta_Blankenfeld/

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