Investitionen in Russland
Nicht ohne meine Detektive

Russland ist ein attraktives Pflaster, gerade für deutsche Investoren. Doch auch wenn die Hochphase der Kriminalität überwunden scheint, ist der Schritt nach Osten noch immer ein Wagnis. Wer einem Konkurrenten in die Quere gerät, bekommt dies gerne auch unmissverständlich mitgeteilt.

MOSKAU. Für den Unternehmer war es ein Schock: Die Ehefrau verschwunden, dann kam ein Tonband mit ihrer Stimme. Er, der Inhaber eines russischen Radiosenders solle diesen verkaufen, zu besonders guten Konditionen, hörte er. Was tun?

Die Lösung bringt ein "Spezialist", der ihm hilft: Wenige Tage später erscheint der Ehemann im Regionalfernsehen, dicht neben einer bekannten Unterweltgröße, die ihn am Arm nimmt und den Zuschauern bekümmert erklärt, dass es "seinem Freund" wirklich schlecht gehe. Kurz darauf ist die Ehefrau wieder unbeschadet auf freiem Fuß.

Diese Anekdote aus dem russischen Geschäftsgebaren erzählt Gerd Lenga gerne. Er ist Manager des deutschen Baustoffherstellers und Familienunternehmens Knauf, und er kennt Russland seit über einem Jahrzehnt. Lenga weiß: Solche spektakulären Vorfälle bestimmen nicht den Alltag eines Investors in dem Land.

Dennoch: Der mysteriöse Tod eines Journalisten vor wenigen Tagen und weitere ungeklärte Morde in letzter Zeit zeigen, dass Russland keinesfalls ungefährlich ist für die vielen deutschen, meist mittelständischen Firmen, die auf den Markt drängen. Für Experten gilt: Je abgelegener der Standort, desto größer ist das Risiko für den Neuankömmling.

Trotz der allgemein verbesserten Sicherheitslage können russische Geschäftspraktiken noch immer bizarre Formen annehmen. "Wer hierhin kommt, der muss sich darauf vorbereiten, wie man mit gefährlichen Situationen umgeht", sagte Lenga jüngst auf der 3. Handelsblatt-Jahrestagung "Russland" in Berlin.

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