Investmentbanker Hector Sants soll bei der FSA den Kapitalmarkt regulieren
Der neue starke Mann der britischen Finanzaufsicht

In der Regel sorgen Personalien unterhalb der Vorstandsebene bei der britischen Finanzaufsicht FSA für wenig Aufsehen. Aber Hector William Hepburn Sants ließ die Londoner City aufhorchen. Der 48-Jährige soll ab Mai als Managing Director den britischen Kapitalmarkt und seine Teilnehmer regulieren.

LONDON. Sants wechselt nach einer erfolgreichen Karriere in der Bankenwelt von Credit Suisse First Boston, wo er das Geschäft in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika leitet, zur Financial Services Authority, der mächtigsten Aufsicht Europas.

Der Neue beeindruckt nicht nur durch seinen ausladenden Namen. Sants ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, von denen es in der Behörde (zu) viele gibt. Mit ihm bezieht der bislang hochkarätigste City-Vertreter ein Aufsichtsbüro in der Hochhaussiedlung Canary Wharf und begnügt sich mit einem für Investmentbanker lachhaften Gehalt von 300 000 Pfund (knapp 450 000 Euro).

Doch Sants dürfte es weniger ums Geld gehen, davon hat er wohl genug. Er arbeitete über Jahre bei der Schweizer UBS und dem später von Credit Suisse übernommenen Fondsmanager Donaldson, Lufkin & Jenrette (DLJ). Als einer der wenigen DLJ-Manager konnte er sich bei den Schweizern halten. Das werten Beobachter als Beweis für seine Hartnäckigkeit. Zudem kennt er die Situation der Börsen aus erster Hand. Als ehemaliges nicht-exekutives Vorstandsmitglied der London Stock Exchange gehörte er zeitweise zum Kandidatenkreis für den Chefposten, bevor Clara Furse das Rennen machte.

Seine Berufung kam in der City positiv an. Er gilt dort als freundlich, jovial und unkompliziert. Seine Offenheit, wissen Beobachter, geht jedoch nur bis zu einem bestimmten Punkt. „Niemand geht davon aus, Sants über den Tisch ziehen zu können“, sagt ein City-Banker. Auch wenn er sie nicht selbst angewandt hat: Er kennt die Tricks und Kniffe, mit denen Manager vermeintlich harte Regulierungen der Behörde aufzuweichen versuchen. Er weiß, wie interne Strukturen verlaufen. Er kennt die Kontrollmechanismen der Investmentbanken.

Und er besitzt keine allzu hohe Meinung von den Instituten. Bei einem Seminar in Oxford nörgelte er, die Investmentbanken seien äußerst schlecht verwaltet. Er bemängelte, dass viele Geldhäuser eine Unmenge von Produkten anböten, die zu ebenso vielen Interessenkonflikten führten – wie zwischen Analysten und Investmentbankern. Sants’ Zukunftsvision klingt radikal: Die Universalanbieter sollen sich in viele kleine Institute aufspalten, um solche Konflikte zu vermeiden.

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