Investor auf eigenes Risiko
Sanitär-Installateur baut Fürth ein Stadion

Er ist gelernter Sanitär-Installateur, selbsternannter Vermögensverwalter – und Hoffnungsträger einer ganzen Region. Thomas Sommer baut dem Neu-Bundesligisten ein Stadion. Der erste Besucher hat sich bereits angemeldet.
  • 0

FrankfurtIn der grün-weißen Menschenmasse vor dem Fürther Rathaus fiel Thomas Sommer am vergangenen Sonntag nicht groß auf. Und das trotz seiner hünenhaften Figur. Bei der Aufstiegsfeier des Neu-Bundesligisten Greuther Fürth standen Mannschaft und Trainer im Mittelpunkt, nicht Sommer. Dabei ist er für die Entwicklung des Fürther Fußballs von entscheidender Bedeutung. Er will dem Verein ein neues Stadion bauen. Was daraus werden kann, hat SAP-Gründer Dietmar Hopp bei 1899 Hoffenheim vorgemacht: Dank seines finanziellen Engagements stieg der Verein bis in die Erste Bundesliga auf.

Sommer nennt sich Vermögensverwalter. Der 46-Jährige verwaltet aber ausschließlich seinen eigenen Besitz. Er ist immer da zur Stelle, wo Lagerhallen, Büros oder Gewerbeflächen günstig zu erwerben sind. Ob die Pleite von Quelle und Grundig oder der Abzug von AEG - Sommer kaufte die brachliegenden Flächen und fand neue Verwendungsmöglichkeiten. Die Objekte, 45 sind es inzwischen, hält er im Privatvermögen. "Bei jedem Geschäft, das ich mache, stehe ich voll im Risiko", sagt er mit fränkischem Akzent. Das gilt auch für das neue Stadion, das er zu einem Mietkauf-Modell anbieten will, "das den Verein finanziell nicht überfordert".

Sommer ist in Fürth geboren, hier ist er zum Millionär geworden. Dabei hat er weder studiert noch Abitur gemacht. Einer Lehre als Sanitär-Installateur folgte ein eigener Handy-Laden. Mit dem Kauf eines Mehrfamilienhauses fing der Aufstieg an. Heute verwaltet er mit zwei Angestellten rund 400.000 Quadratmeter Gewerbefläche - und ist zum Hoffnungsträger einer ganzen Region geworden. "Der Verein ist der größte Imagefaktor der Stadt", sagt Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung.

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga braucht er ein modernes Stadion, das alte ist über 100 Jahre alt. Das Neue soll 20.000 Besucher fassen und zur Saison 2014/15 fertig sein. Pläne gibt es bereits ("sehr steil, sehr eng, sehr englisch"), ein Gelände auch. Auch ein erster Besucher hat sich angemeldet: Henry Kissinger, Ex-Außenminister der USA, stammt aus Fürth und ist Fan des Vereins.

Kommentare zu " Investor auf eigenes Risiko: Sanitär-Installateur baut Fürth ein Stadion"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%