Investor: Chinas liebster Kapitalist

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Chinas liebster Kapitalist

Mit geschickten Spekulationen hat es Li Ka-shing vom Straßenverkäufer zum Chef eines globalen Geschäftsimperiums geschafft. Bisher hat der reichste Mann Asiens immer von Krisen profitiert - und das will Li, der zu den größten Gönnern in China zählt, auch dieses Mal so halten.

PEKING. Mal taucht er als neuer Investor von Facebook auf, mal rettet er durch den Kauf eines "beachtlichen" Aktienpakets die Bank of East Asia (BEA) in Hongkong. Li Ka-shing, der zum mächtigsten Mann Asiens gekürte Multimilliardär, zieht gerne die Strippen in der großen Finanzwelt. Und er ist immer für eine Überraschung gut. Erst vor wenigen Wochen schockierte der 80-Jährige die Finanzmärkte: "Goldfinger" Li verkaufte eine Beteiligung an der Bank of China im Wert von 511 Mio. Dollar.

Der erfahrene Anleger, der mit seiner überdimensionalen Hornbrille eher wie ein britischer Konservativer der Thatcher-Ära aussieht, macht ausgerechnet mitten in der Finanzkrise Kasse. Das ist erstaunlich, da er als Strategie stets gepredigt hat, zu kaufen, wenn alle verkaufen. Verlässt den Taktiker in der Krise plötzlich der Mut?

Das wäre gerade für die Anlegermassen in China ein fatales Signal, denn bei diesen gilt Li Ka-shing als großes Vorbild. Kauft er eine Aktie, ist dies eine Art Gütesiegel. Verkauft er, folgen ihm die Investoren sofort in Scharen. Auch der Aktienkurs der Bank of China brach drastisch ein, nachdem Li zwei Millionen Papiere verkauft hatte.

Grund war aber wohl kaum Panik. Beim Verkauf der Bankenanteile hat der Multimilliardär Kasse gemacht und andere Investoren geschickt ausgetrickst. Der Finanzjongleur, der es mit geschickten Spekulationen vom Straßenverkäufer zum Chef eines globalen Geschäftsimperiums geschafft hat, ist für schnelle Entscheidungen bekannt. Während die Royal Bank of Scotland über den Verkauf ihres Anteils an der Bank of China, den sie zeitgleich mit Li Ka-shing erworben hatte, noch laut nachdachte, handelte Li Ka-shing bereits. Die Briten haben ihr Aktienpaket inzwischen ebenfalls versilbert - allerdings zu einem deutlich schlechteren Kurs.

Es sind genau solche Aktionen, die dem freundlichen Herrn Li in Hongkong den Beinamen "Supermann" eingebracht haben. Zudem kommt hier gut an, dass er, der sich alles leisten kann, äußerst sparsam auftritt. Und so steuert er von Hongkong aus sein undurchsichtiges Konglomerat an Einzelhandels- und Immobilienunternehmen, Telekomfirmen, Hafenbetreibern und Energieunternehmen. In Deutschland ist der Chinese etwa mit 40 Prozent an der Drogeriekette Rossmann beteiligt.

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