Investor des Jahres
Susanne Klatten – Die Weitblickerin

Susanne Klatten investiert viel Geld in eine neue Technologie: in die Karbonfaser. Die BMW-Großaktionärin tut das, weil sie für den Automobilbau an den Werkstoff glaubt. Damit geht sie eine riskante Wette auf die Zukunft ein. Die aber, wenn sie die Wette gewinnt, BMW helfen wird. Und dann wohl auch dem ganzen Land.
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Susanne Klatten gebührt der Titel des Investors des Jahres nicht deswegen, weil sie 2010 erwiesenermaßen besonders erfolgreich angelegt hätte. Die unternehmerische und damit langfristig ausgelegte Ausrichtung ihres Investments schließt es gar aus, dass man dies heute schon beurteilen könnte. Es ist vielmehr der Ansatz, den sie dabei verfolgt, der sie differenziert und auszeichnet.

Wenn in diesen Tagen von Unternehmertum gesprochen wird, so steht dabei entweder der mittelständische Familienunternehmer oder manchmal auch der innovative Gründerunternehmer im Vordergrund. Gelegentlich, aber relativ selten ist auch noch von unternehmerisch agierenden Managern in Großunternehmen die Rede - allerdings in der Regel verknüpft mit einem Hauch Skepsis, da diese schließlich mit dem Geld anderer (unternehmerische) Risiken eingehen. Selten aber ist von der Gattung unternehmerischer Investoren die Rede - vielleicht auch, weil es nicht so viele von ihnen gibt.

Wenn wir heute von Investoren sprechen, so meinen wir meist institutionelle Investoren - also diejenigen, die die Gelder Dritter gegen eine Gebühr verwalten. Einige - insbesondere Private-Equity-Investoren - erheben dabei den Anspruch, besonderer unternehmerischer Orientierung, die meisten allerdings begnügen sich damit, relativ zu den "Benchmarks" eine sogenannte "Outperformance" zu erzielen.

Was es heute nur noch selten gibt, sind Investoren, die bereit sind, mit ihrem eigenen Vermögen signifikante unternehmerische Risiken einzugehen. Susanne Klatten ist hier gewissermaßen eine Gattung "sui generis", denn sie ist nicht nur eine dieser seltenen Unternehmer-Investoren, sondern sie tut dies in zweiter Generation. Schon ihrem Vater kam der Verdienst zu, durch unternehmerische Großinvestitionen einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Automobilindustrie zu liefern. Susanne Klatten ist dabei, dies zu wiederholen.

Die Automobilindustrie ist von erheblicher Bedeutung für den deutschen Wirtschaftsstandort. Es ist daher essenziell, dass wir es schaffen, hier an vorderster Front der internationalen Entwicklungen dabei zu sein. Dies wird, ebenso wie in anderen Bereichen, nur durch wichtige Innovationen möglich sein - welche erhebliche Investitionen unter hoher Unsicherheit der weiteren technologischen Entwicklungen erfordern. Susanne Klattens Investition in die Karbonfaserindustrie ist eine solche zukunftsweisende Tat.

So ist sie in mehrere Unternehmen investiert, die mithilfe des Leichtwerkstoffs Karbon die Industrie revolutionieren wollen. Dies ist allerdings eine erhebliche Wette. Die Vorteile der Kohlefaser liegen auf der Hand. Autos leichter bauen zu können wird umso wichtiger - auch und gerade bei Elektromobilität. Gleichzeitig sind da aber noch die Nachteile, die Herausforderungen. Dennoch solche Summen zu investieren, zeigt von Mut, aber auch von Zähigkeit und Belastbarkeit. Das geht nur, wenn man erhebliche Nerven und einen eigenen Kompass hat.

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  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit großen interesse habe ich den o. g. Artikel gelesen.

    ich verfüge über einen Werkstoff, der die Sorgen bei jedem Gebäude im bereich Grundmauerschutz, Hochwasserschutz und Flachdachabdichtung auf nahezu NULL bringt.

    Um diesen Werkstoff seiner bestimmung zuführen zu können, fehlt mir leider das nötige Kleingeld. Deshalb suche ich einen oder mehrere investoren, denen ich mit meinem Partner das Konzept in einem persönlichen Gespräch erläutern möchte.

    Es würde mich freuen, wenn es ihnen möglich ist, mir mit Frau Klatten einen Kontakt herzustellen.

    Mit den besten Wünschen für ein gesundes und erfolgreiches 2011 bin ich ihr

    Helmut Schmidt

  • ich finde, dass die Autorin übertreibt.
    Auch wenn Frau Klatten ein Risiko eingeht, hat sie davon einen persönlichen Nutzen, wenn sie Erfolg hat.
    Sicher, sie leistet einen beitrag zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft und der industrie. Aber hier wird auch das reichste Prozent der bevölkerung, zu dem sie gehört, in ein besseres Licht gerückt.
    Wie gesagt: es ist schon anerkennenswert. Aber dieser Artikel ist auch ein in-ein-besseres-Licht-rücken.

  • @2
    Sie legen den begriff von Spekulation nur aus Duden aus, weil es ihnen das Fachwissen fehlt.

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