Investor
Wyser-Pratte: „Natürlich ist mein Fonds unter Wasser“

Guy Wyser-Pratte erwirtschaftet mit seinem Fonds bei seinen deutschen Beteiligungen Tui und Kuka erhebliche Verluste. Doch der erfahrene US-Investor bleibt ruhig. „Ob ich mir Sorgen mache? Nein. Ich mache Urlaub“, sagt er gelassen.

DÜSSELDORF. Wer gern austeilt, muss auch einstecken können. So gesehen, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Guy Wyser-Pratte mal so richtig einen verpasst bekam. Ausgerechnet in seinem Urlaub erreicht den gefürchteten Finanzinvestor die Nachricht, dass man ihn öffentlich bloßgestellt hat. Die Geldgeber von Wyser-Pratte ziehen das Geld ab, heißt es plötzlich aus unbekannter Quelle. Das ganze Geschäft des Amerikaners gerate ins Wanken. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte am Dienstag aus einem internen Dokument, der aktuelle Fonds von Wyser-Pratte habe allein im Januar 2008 mehr als 20 Prozent an Wert verloren.

Die Finanzbranche ist pikiert. „So etwas macht man eigentlich nicht“, sagt ein Experte, der täglich mit Hedge-Fonds-Managern und ihresgleichen in Kontakt kommt. Die Info über Wyser-Pratte kam offensichtlich von einem Insider. Und in Zeiten wie diesen, wo kaum ein Geldmanager ohne rote Ohren über die Straße gehen kann, auch noch mit dem Finger aufeinander zu zeigen – was soll das? Wer profitiert?

„Es gibt eben garstige Menschen“, sagt Wyser-Pratte. Menschen, die ihm seine stark gefallenen Beteiligungen zu Spottpreisen abkaufen wollen und bei ihm abgeblitzt seien. Menschen, die jetzt durch öffentliche Panikmache seine Verhandlungsposition schwächen wollten. Übel sei das, sagt Wyser-Pratte. Ganz übel.

Was an den Tatsachen jedoch nichts ändert. Wyser-Pratte muss sich nur deshalb Billigangebote vorlegen lassen, weil seine jüngsten Investments tatsächlich abgestürzt sind wie flügellahme Vögel. Das Tui-Paket, das Wyser-Pratte im Oktober für rund 40 Millionen Euro kaufte, verlor mehr als ein Viertel seines Wertes. Die Aktie des Roboterbauers Kuka, seiner größten Investition, liegt gegenüber dem Jahresanfang um mehr als 50 Prozent hinten. Und bei Balda, dem Handyzulieferer aus Ostwestfalen, stieg Wyser-Pratte zum Preis von sieben Euro ein und drei Euro wieder aus. Ein Desaster.

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