Investoren: Firmenjäger zielen wieder auf Großwild

Investoren
Firmenjäger zielen wieder auf Großwild

Kaum Kredite und noch weniger Kaufgelegenheiten: Für Investoren waren die vergangenen Jahre eher mau. Seit ein paar Monaten wendet sich das Blatt. Große US-Deals machen es vor. Milliardentransaktionen sind in Reichweite.
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Frankfurt„Ja, wo laufen sie denn?“ - Das fragt sich derzeit mancher Beobachter mit Blick auf die Finanzinvestoren. Die Firmenjäger sind in den vergangenen Jahren in Europa vielerorts von der Bildfläche verschwunden. Mangels Krediten und Kaufgelegenheiten waren sie zur Untätigkeit verdammt und mussten sich um mehr oder weniger krisengeschüttelte Unternehmen im eigenen Portfolio kümmern. Sie kamen nur bei sehr wenigen und eher kleineren Verkaufsprozessen zum Zug.

Das sorgte für Frust bei den erfolgsverwöhnten Private-Equity-Managern, die vor der Krise noch milliardenschwere Großkonzerne ins Visier genommen hatten. Doch seit ein paar Monaten hellt sich das Bild auf: Die Investoren kommen etwas besser an Kredite – und die ersten Milliarden-Transaktionen sind wieder in Reichweite.

In den USA sieht die Situation für die Branche schon längst viel positiver aus. Dort fanden gerade die beiden größten Übernahmen unter Beteiligung von Finanzinvestoren seit den Boomjahren 2006/2007 statt. Der Investor Warren Buffett und das Private-Equity-Haus 3G kauften den Ketchup-Produzenten H.J. Heinz für 28 Milliarden Dollar. Und Silver Lake mischte mit bei dem knapp 25 Milliarden Dollar schweren Verkauf des Computerherstellers Dell. Dank dieser Mega-Transaktionen war das Volumen der Private-Equity-Deals nach Daten von Thomson Reuters seit Jahresbeginn mehr als drei Mal so hoch wie im gleichen Zeitraum 2012.

Knapp 90 Prozent davon gingen in den USA über die Bühne. Grund genug für Optimismus der Branche, die sich nächste Woche in Berlin zu ihrem jährlichen Stelldichein trifft. Mehr als 1.400 Private-Equity-Manager werden zu der Messe „SuperReturn“ (Super Rendite) erwartet, auf der Investorenlegenden wie KKR -Mitgründer Henry Kravis und CVC-Partner Rob Lucas sprechen sollen.

Zu den größten Kaufobjekten auf dem deutschen Markt gehört der Energiedienstleister Ista, für den sich die Finanzinvestoren Charterhouse und CVC bis zu drei Milliarden Euro erhoffen. Die beauftragten Banken schicken Finanzkreisen zufolge in diesen Tagen die Verkaufsprospekte an mögliche Bieter. Große Private-Equity-Häuser dürften angesichts der stabilen Einnahmen von Ista Schlange stehen. Sie kommen auch für zwei zum Verkauf stehende deutsche Beteiligungen des US-Chemiekonzerns Rockwood in Frage: Sachtleben, einen Produzenten von Titandioxid, das in Farben oder in Zahnpasta vorkommt, und den Hochleistungskeramik-Hersteller CeramTec.

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