Investoren
Milliardäre streiten um Tui

Kampf der Milliardäre: Alexej Mordaschow hat seine Tui-Anteile auf zehn Prozent verdoppelt und stärkt dem Vorstandschef Michael Frenzel den Rücken. Er stellt sich damit gegen den norwegischen Milliardär John Fredriksen, der zwei Aufsichtsratsplätze eingefordert hatte.

DÜSSELDORF. Der russische Milliardär Alexej Mordaschow hat seine Tui-Anteile auf zehn Prozent verdoppelt und stärkt dem Vorstandschef Michael Frenzel sowie dessen Aufsichtsgremium den Rücken. „Wir sind gegen jede Änderung im Aufsichtsrat“, teilte Mordaschow mit. Damit stellte er sich gegen den norwegischen Milliardär John Fredriksen, der zwei Aufsichtsratsplätze für sich fordert, weil er fünf Prozent an Tui hält.

Von Tui-Seite war zu hören, die Entscheidung Mordaschows sei ein Plus für die korrekte Unternehmensaufsicht. Fredriksen sei als möglicher Käufer der zum Verkauf stehenden Tui-Tochter Hapag Lloyd in einem Interessenkonflikt, sollte er in den Aufsichtsrat einziehen.

Das Fredriksen-Lager wies diese Behauptung zurück. Fredriksen habe kein Interesse an Hapag Lloyd. Die Aufsichtsräte mit Interessenkonflikten seien Tui-Aktionäre wie Carmen Riu, deren Hotelkette umfangreiche Geschäftsbeziehungen zu Tui unterhält. Wichtigste Aufgabe des Aufsichtsrates sei der Verkauf von Hapag Lloyd. Hierfür hätten weder Riu noch der Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow das nötige Wissen. Fredriksen könne als erfahrener Reeder und Experte für Übernahmen wesentlich mehr Unterstützung bieten.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
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