Irland: Warum Ryanair den Brexit besonders fürchten muss

Irland
Warum Ryanair den Brexit besonders fürchten muss

Von einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU wäre Irland am härtesten betroffen. Schon jetzt ist für die Konzerne dort die Beziehung zum großen Nachbar angespannt. Ryanair muss den Brexit besonders fürchten.

DublinFür Irlands größte Firmen sind die Auswirkungen eines möglichen Ausscheidens Großbritanniens aus der EU bereits greifbar. Dem Rest des Landes bietet die Entwicklung möglicherweise einen Vorgeschmack. Die Pfund-Schwäche belastet schon jetzt irische Exporte ins Vereinigte Königreich.

Seit November hat das Pfund zum Euro etwa elf Prozent abgewertet. Der offene Ausgang der Volksabstimmung in Großbritannien über den Verbleib in der EU belastet die Landeswährung. Nach Angaben der irischen Handelskammer sind bereits 60 Prozent der irischen Firmen, die exportieren, von der Pfund-Schwäche betroffen.

„Das Pfund ist schwächer geworden. Das macht es für irische Exporteure schwieriger“, sagte Richard Pym. Der gebürtige Engländer ist Vorsitzender von Allied Irish Banks. „Kommt es zu einem Ausscheidens Großbritanniens aus der EU, wäre wohl mit erneutem Druck auf das Pfund zu rechnen“, sagte Pym im Interview mit Bloomberg.

Einer Studie der London School of Economics zufolge, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, wäre Irland in der EU am stärksten von einem Brexit betroffen. Für Guillermo Hermida, Fondsmanager bei Caixabank Asset Management in Madrid, geht es um den Zusammenhalt in der EU. Sollten sich diesbezüglich Fragen ergeben, wären davon die sogenannten Peripherie-Staaten, wozu auch Irland zählt, am stärksten betroffen, sagte Hermida in einem Interview in Madrid.

Nach Berechnungen der Wertpapierfirma Investec wäre der am stärksten betroffene Konzern Ryanair. Der Billigflieger erwirtschaftet etwa 27 Prozent vom Umsatz in Großbritannien. Der Übersicht von Investec zufolge kämen der Getränkekonzern C&C Group und Origin Enterprises auf Rang zwei und drei der Liste derjenigen Unternehmen, die ein britischer EU-Austritt am härtesten treffen würde.

„Wir glauben nicht, dass es unmittelbare Auswirkungen auf unser Geschäft gäbe“, sagte Kenny Jacobs, bei Ryanair Marketingchef. Mittel- und längerfristig könnte sich eine gewisse Unsicherheit ergeben, wenn Großbritannien nicht mehr Teil der Europäischen Union wäre, räumte er ein.

Bei der staatlichen irischen Schuldenverwaltung überwiegt indes Zuversicht, von einem möglichen Brexit sogar profitieren zu können. In einer Präsentation aus der Vorwoche heißt es dazu, für Finanzgesellschaften sei Dublin nach einem Brexit die logische Wahl. Die Behörde beziffert mögliche Direktinvestitionen in Irland im Fall eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU auf sechs Milliarden Euro.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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