Isra Vision GmbH
Unternehmer mit Durchblick

1985 gründete Enis mit anderen Ingenieuren, die sich auf dem Gebiet der Robotik und Bildverarbeitung auskannten, die Isra Systemtechnik. 1997 entstand als Spin-Off die Isra Vision GmbH. Und im Jahr 2000 wagte Ersü den Schritt an die Börse.

KÖLN. Lediglich mit einem Koffer landete Enis 1972 auf dem Frankfurter Flughafen. In Istanbul hatte er die Deutsche Schule besucht, ein deutsches Abitur gemacht und wollte damit nun auch etwas anfangen. Ein Stipendium verschlug den jungen Türken an die Technische Universität Darmstadt, wo er Elektrotechnik studierte. "Ich dachte ja, ich könnte deutsch sprechen und vor allem auch verstehen. Aber als ich in Darmstadt anfing, hab ich die Menschen mit ihrem hessischen Dialekt kaum verstanden. Damals musste ich mir von jemandem übersetzen lassen, was mir gesagt wurde." Außerdem hatte er sein wohlbehütetes Elternhaus hinter sich gelassen und musste mit 19 Jahren nun alles selbst organisieren.

Seine ganze Energie steckte er in sein Studium der Elektrotechnik. Da ihn die Frage beschäftigte, wie das menschliche Gehirn arbeitet und wie der Mensch lernt, setzte er sich mit der Regelungstechnik sowie der technischen Kybernetik auseinander. Eine Arbeit schrieb er über die These zu den "Grenzen des Wachstums" vom Club of Rome - das war damals "in", und grübelte darüber, wie man die Grenzen die Welt regeln und steuern kann. "Das Ergebnis kann man heute als Umweltspiel in den Geschäften kaufen", erzählt Ersü.

Nach Ende des Studiums machte er einen Ausflug in die Luft- und Raumfahrt nach Überlingen: "Ich wollte erst mal Erfahrungen in der Praxis sammeln, nachdem ich fertig war." Doch schon nach einem Jahr zog es den Ingenieur an die TU Darmstadt zurück. Ihn interessierte, wie man biologische Vorgänge mathematisch beschreiben kann - zusammen mit Biologen untersuchte er die Funktionsweise von Katzen- und Affenhirnen. Dabei kaum ihm die zündende Idee: Er entwickelte eine Technik, mit der man Dinge am Computer ganz ähnlich visualisieren konnte wie das menschliche Auge. Mit diesem Wissen machte er sich Gedanken über seine persönliche Zukunft.

"Irgendwann steht man vor der Frage: Willst man forschen und an der Uni bleiben, oder etwas in der Wirtschaft erreichen", sagt Ersü. Seine Antwort: 1985 gründete er mit anderen Ingenieuren, die sich auf dem Gebiet der Robotik und Bildverarbeitung auskannten, die Isra Systemtechnik. Drei Jahre später bekamen Ersü und seine Kollegen für eine neuartige Messanlage zur Fahrzeugentwicklung den Hessischen Innovationspreis. Im selben Jahr brachte Isra das weltweit erste System zur Inspektion der Oberfläche von Vliesprodukten auf den Markt - bis heute Grundstein für den Geschäftserfolg.

In den ersten Jahren arbeitete Ersü noch eng mit der TU zusammen, 1997 entstand als Spin-Off die Isra Vision GmbH - und erklärte "Machine Vision Systems" zum Kerngeschäft: Sehende Maschinen. Die Technik steckte damals in den Kinderschuhen, heute ist sie in der Fertigung etabliert, zur Oberflächenanalyse und Qualitätskontrolle von Metall, Glas, Folie, bedruckten oder gemusterten Oberflächen.

Isras Umsätze stiegen mit der neuen Technik von Jahr zu Jahr, der Gewinn wuchs, und im Jahr 2000 wagte Ersü den Schritt an die Börse - in einer Zeit, als New-Economy-Unternehmen wie Pilze aus dem Boden schossen. Die Zeit war günstig - auch, weil man gerade den Auftrag bekommen hatte, die Gläserne Fabrik von Volkswagen mit Bildverarbeitungssystemen auszustatten.

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