IT-Manager
Nicht ohne meine Tochter

IT-Manager sitzen in Konzernen an wichtigen Schnittstellen. Sie bekommen deshalb immer mehr Einfluss auf strategische Entscheidungen. Damit steigen die Anforderungen an das IT-Personal: In Zukunft sind weniger Informatiker gefragt - der ideale Kandidat bringt eine andere Qualifikation mit.

MÜNCHEN. Wer einen Blick in die Zukunft von IT-Organisationen werfen will, der sollte sich MAN ansehen: Seit Jahresanfang arbeitet etwa die Hälfte der 800 IT-Mitarbeiter des Motoren- und Fahrzeugherstellers bei der neuen Tochtergesellschaft MAN IT-Services – kurz MIT. Die übernimmt für das Mutterhaus Infrastruktur-Aufgaben für rund 140 Millionen Euro pro Jahr. Auf den ersten Blick ist die Idee weder neu noch originell. Schließlich haben viele andere Konzerne ihre IT-Abteilungen schon ausgegliedert.

Doch bei genauer Betrachtung geht MAN einen sehr eigenen Weg: Als so genanntes Shared Service Center – als integrierter Dienstleister – managt MIT nur die Netzwerke, PCs und die übrige Standard-Infrastruktur, ohne die heute kein Unternehmen leben und arbeiten kann. Nicht zuständig ist die Service-Tochter dagegen für alles, was mit dem Produktgeschäft zu tun hat, etwa Anwendungen zur Produktentwicklung. „Diese Kompetenzen müssen in den Teilkonzernen und Abteilungen bleiben“, betont Wolfgang Brunn, als Chief Information Officer – kurz CIO – für die gesamte Informationstechnologie von MAN verantwortlich. „Nur so können die geschäftskritischen Teile der IT, die strategischen Ziele unseres Unternehmens optimal unterstützen.“

Wie sehr MAN mit dieser Organisationsstruktur Vorreiter ist, zeigt die jüngste Studie der Strategieberatung SMP, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Die Düsseldorfer befragten 326 Entscheider großer Unternehmen über Status quo und Aussichten von IT-Abteilungen und -Töchtern. Das wichtigste Ergebnis: Die Orientierung an den strategischen Erfordernissen des eigenen Unternehmens hat höchste Priorität. „IT-Abteilungen müssen heute in der Lage sein, gemeinsam mit dem Top-Management Prozesse zu gestalten“, resümiert SMP-Vorstand Peter Funke.

Zweiter Trend: Immer mehr Unternehmen suchen bei der Organisation der IT nach einem dritten Weg: Nur 18 Prozent der Befragten planen bis 2008 ein komplettes Auslagern dieses Bereichs, und lediglich 29 Prozent wollen ihre IT weiter mit einer internen Abteilung führen. Den Zwischenweg bezeichnet die Studie als „marktorientierte Organisationsform“. Damit ist nichts anderes gemeint ist als ein Shared Service-Center á la MAN.

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