Italienischer Finanzjongleur steigt bei Piaggio ein
Roberto Colaninno rettet die Heimat der Vespas

Roberto Colaninno ist wieder da. Neun Monate nachdem sein Rettungsplan für die Autosparte von Fiat trotz großer Ankündigungen keinen Anklang fand, beherrscht der Finanzjongleur aus Mantua wieder die Schlagzeilen. Diesmal mit konkreten News.

HB ROM. Ihm ist es zu verdanken, dass ein italienisches Nationalheiligtum wie Ferrari oder Pasta von Barilla wieder in italienischen Händen ist: die Firma Piaggio aus Pontedera/Toskana, Hersteller von kultverdächtigen Vespas.

Mit seiner Immobiliengesellschaft Immsi hat Colaninno eine Beteiligung von 31,25 Prozent an der nach holländischem Recht geführten Piaggio Holding BV übernommen. Er wird Chef der Holding und erhält die Mehrheit der Stimmrechte. Die von Morgan Grenfell geführten Investmentfonds, die bisherigen Besitzer von Piaggio, behalten ihren Drittel-Anteil noch, bis das Unternehmen an die Börse geht, was Colaninno plant. Den Rest teilen sich 27 Gläubigerbanken, darunter Banca Intesa und Monte dei Paschi. Colaninno mischt auch im operativen Geschäft mit. Bis Jahresende soll der Plan für den Neustart der angeschlagenen Firma stehen.

Mit unverändertem Schwung hat der 60-Jährige aus der Provinz die Verhandlungen durchgezogen und seinen Ruf wiederbelebt, ein zielstrebiger, verschwiegener Manager und ein Stehaufmännchen zu sein. Seinen größten Coup landete er 1999, als ihm die größte feindliche Übernahme Europas gelang. Als Olivetti-Chef schluckte er zum Ärger der Deutschen Telekom die sechsmal größere Telecom Italia. Der Abschied wurde ihm 2001 vergoldet. Seitdem kann er aus der reich gefüllten Privatschatulle investieren.

Er hat noch mehr vor. „Wir haben jetzt eine wichtige Operation abgeschlossen, damit ist die Lust zum Weitermachen aber noch nicht beendet“, erklärte er in einem Interview.

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