Management
Italiens Notenbankchef Fazio weist Vorwürfe zurück

Der italienische Zentralbankchef Antonio Fazio hat Vorwürfe über unkorrektes Verhalten und angebliche Rücktrittsabsichten entschieden zurückgewiesen. Er habe stets gewissenhaft die Rechtsordnung befolgt.

dpa ROM. Der italienische Zentralbankchef Antonio Fazio hat Vorwürfe über unkorrektes Verhalten und angebliche Rücktrittsabsichten entschieden zurückgewiesen. Er habe stets gewissenhaft die Rechtsordnung befolgt.

Das sagte Fazio vor einem Ministerausschuss unter Leitung von Wirtschaftsminister Domenico Siniscalco. Niemals habe er mit seinem Verhalten italienische Bieter beim Übernahmekampf um italienische Banken begünstigt, erklärte der Gouverneur.

Der Notenbankchef war ins Visier der Ermittler geraten, nachdem in mitgeschnittenen Telefonaten angedeutet worden war, dass er die italienische Banca Popolare Italiana im Übernahmekampf um die Banca Antonveneta unterstützt habe. So habe er dazu beigetragen, die niederländischen Interessenten der Bank ABN Amro zum Rückzug zu bewegen, hieß es.

Der Ministerausschuss habe die Ausführungen Fazios „zur Kenntnis genommen“, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. „Ein hervorragender Bericht von Gouverneur Fazio, ausführlich und klärend“, sagte Verkehrsminister Pietro Lunardi. Im Zuge der Vorwürfe waren zuletzt vermehrt Rücktrittsforderungen gegen Fazio laut geworden. Es wurde erwartet, dass die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi eine Reform der Banca d'Italia beschließen könnte. „Er hat die tiefe Überzeugung gezeigt, sich korrekt verhalten zu haben. An diesem Punkt schließe ich eine direkte und schnelle Initiative seitens der Regierung aus“, erklärte Arbeitsminister Roberto Maroni.

In Italien ist der Zentralbankchef bisher auf Lebenszeit bestellt. Wegen der immer lauter werdenden Kritik an dieser absoluten Machtposition fordern derzeit viele Politiker aus dem Regierungs- und dem Oppositionslager, die Amtszeit künftig zu beschränken. Wahrscheinlich werde man in diesem Fall dem Modell der Europäischen Zentralbank folgen und das Amt auf acht Jahre begrenzen, spekulierten Zeitungen zuletzt.

In einem nächsten Schritt sollen die Erklärungen Fazios jetzt dem Ministerrat unter Leitung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi präsentiert werden. Dieser müsse dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

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