Jagdsaison
Halali vor Gericht

Im Herbst blasen die Jäger zum Halali. Gehen Schüsse nach hinten los, müssen häufig die Richter ran.

Dackel: Der Jagddackel eines Kurpfälzers war in dessen Jagdhaftpflicht mitversichert. Nachdem das Tier einen Nachbarn gebissen hatte, weigerte sich die Versicherungsgesellschaft jedoch zu zahlen: Der Hund genieße keinen Versicherungsschutz mehr, da er inzwischen zu alt zum Jagen sei. Doch das Landgericht Mannheim entschied: Nach der "gebotenen kundenfreundlichen Auslegung" der Vertragsklauseln sei es egal, ob der Hund wirklich jagdtauglich sei. Es reiche, dass er noch "Jagdverstand" und "Fährten- und Finderwillen" zeige (1 S 176/05).

Alleingang: Ein Manager lud einen Geschäftspartner zur nächtlichen Jagd in sein Revier. Als sie einen Hochsitz erklommen, verlor der Gastgeber kurzzeitig das Gleichgewicht und ließ das Gewehr des Jagdgenossen fallen. Reumütig zahlte er die 7598 Euro teure Reparatur und forderte das Geld danach von seiner Versicherung zurück. Doch die weigerte sich, da sie vor der Zahlung nicht gefragt wurde. Zu Recht, sagten die Richter. Der Manager habe der Assekuranz die "Herrschaft über die Fallbearbeitung" genommen. Die Angst vor der "Gefährdung von Geschäftsbeziehungen" rechtfertige den Alleingang nicht (Oberlandesgericht Hamm, 20 U 231/04).

Wildschwein: Jagdfreunde veranstalteten eine Drückjagd, bei der Hunde das Wild den Jägern vor die Flinte treiben. Im Getümmel verlor ein Wildschwein die Orientierung und rannte auf die nahe gelegene Bundesstraße, direkt vor ein Auto. Der Besitzer des beschädigten Wagens forderte daraufhin Schadensersatz. Mit Erfolg: Die Jäger hätten mithilfe eines dichten Netzes von Warnposten verhindern müssen, dass Tiere Richtung Straße ausbrechen, so die Richter (Landgericht Rostock, 4 O 176/02).

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