Jaime Smith Basterra
Management by Frühstück

Jaime Smith Basterra soll die Mobilunkgesellschaft O2 in Deutschland wieder auf Vordermann bringen. Vor allem die Rendite lässt im Vergleich zu den Konkurrenten zu wünschen übrig. Heute stellt der 42-jährige Spanier die neue Marken- und Vertriebsstrategie vor.

MÜNCHEN. Mit dem Stereotyp seiner Landsleute hat Jaime Smith Basterra wenig gemein. Ein rassiger Spanier ist der neue Chef von O2 Deutschland nicht. Der 42-Jährige liebt es ruhig – seine Mimik ist sparsam, der Blick forschend und zurückhaltend. Allein der Armschmuck aus schwarzen Lederbändchen mit kleinen Steinchen am rechten Handgelenk durchbricht die kühle Ernsthaftigkeit.

Aber für flotte Sprüche ist er auch nicht nach München gekommen. Die spanische O2-Mutter hat Smith ausgesucht, um die deutsche Tochter auf Vordermann zu bringen. Und da ist nicht spanisches Temperament, sondern eiserne Disziplin gefragt. Denn bei O2, dem nach Umsatz drittgrößten deutschen Mobilfunker, läuft das Geschäft überhaupt nicht rund. Deshalb präsentiert Smith heute in München eine neue Marken- und Vertriebsstrategie.

Eine Kehrtwende ist nötig. Der Umsatz sinkt seit Anfang vergangenen Jahres, die Rendite liegt abgeschlagen hinter den Werten bei den übrigen drei deutschen Netzbetreibern. Und auch die Festnetztochter Telefónica Deutschland kommt nicht vom Fleck – Bündelangebote aus Mobilfunk und Festnetz verkaufen sich schlecht.

Viel zu tun für Jaime Smith. Dem ehemaligen Analysten eilt der Ruf voraus, ein kühler Rechner und harter Sanierer zu sein. Zuletzt hat er in der tschechischen Republik den Feuerwehrmann für Telefónica gespielt. Dort formte er aus dem Festnetzanbieter Cesky Telecom und dem Mobilfunker Eurotel Praha den ersten Komplettanbieter des Landes. Smith senkte die Kosten, verzichtete aber auf Personalabbau in großem Stil – und die Gewinne stiegen.

Er selbst räumt zwar durchaus ein, dass er Zahlen liebt. Mit dem Bild des kühlen Rechners mag er sich aber nicht anfreunden. „Mein Managementstil besteht nicht nur darin, die Kosten zu senken“, verteidigt er sich. So sei die Telefónica-Tochter in Tschechien im vergangenen Jahr in einer öffentlichen Umfrage zum attraktivsten Arbeitgeber gewählt worden. „Das war nicht durch die Finanzergebnisse getrieben“, sagt Smith.

Er legt sowohl in Tschechien als auch in München großen Wert darauf, die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. „Er ist sehr darauf bedacht, jedem im Haus die Strategie zu erklären und die Leute zu motivieren“, sagt Andrea Folgueiras, die neue Netzchefin von O2 in Deutschland. Das ist auch bitter nötig, denn die Stimmung in München ist im Keller.

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