James Murdoch bei Sky: Der verlorene Sohn ist wieder da

James Murdoch bei Sky
Der verlorene Sohn ist wieder da

Vier Jahre ist es her, da musste James Murdoch im britischen Abhörskandal seine Ämter räumen. Nun kehrt er an die Spitze des Bezahlsenders Sky zurück. Damit deutet sich an, wie Rupert Murdoch seine Nachfolge regeln will:

LondonRupert Murdoch hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er seinen britischen Bezahlsender BskyB schätzt. Erst Ende April 2014 hatte der bald 85-Jährige Medienmogul seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien unter dem Dach des britischen Senders zum größten privaten Fernsehkonzern Europas gebündelt. Knapp zwei Jahre später baut die Familie des Medienmoguls nun ihren Einfluss beim europäischen Pay-TV-Konzern, der inzwischen unter dem Namen Sky firmiert, wieder aus.

Der 43-Jährige James Murdoch, der jüngere Sohn des Patriarchen, kehrt Ende April an die Spitze des Verwaltungsrats zurück, wie das aus Großbritannien geführte Unternehmen am Freitag mitteilte. Der drahtige Manager, der bisher einfaches Mitglied des Gremiums war, soll Verwaltungsratschef Nick Ferguson ablösen. Ferguson hatte 2012 die Position übernommen, nachdem James wegen eines Telefon-Abhörskandals einer seiner Zeitungen in der britischen Öffentlichkeit unter Druck geraten war und seine Ämter auf der Insel räumen musste.

Es ist ein logischer Schritt, der dennoch für den 43-Jährigen nicht ohne dunkle Erinnerungen ist. Infolge des Abhörskandals hatte der jüngste Sohn des Medienmoguls Anfang 2012 die Führung von News International abgegeben, war auch als Chairman des Bezahl-Senders BSkyB zurückgetreten und danach in die Zentrale nach New York gewechselt.

Er wolle verhindern, dass Vorgänge aus der Vergangenheit bei einem anderen Unternehmen auf BSkyB abfärben, schrieb er damals in einem Brief an den Verwaltungsrat des Senders. Zu groß war die Aufregung im Königreich: Denn die betreffenden Zeitungen, vor allem die Sonntagszeitung „News of the World“, hatten über einen Privatdetektiv die Zugangsdaten von Mobiltelefon-Speichern bekannter Persönlichkeiten ermittelt und die gespeicherten Nachrichten abgelauscht.

Danach galt James lange als angeschlagen. Doch sein Vater gab ihm eine zweite Chance: Der Mann mit den raspelkurzen Haaren und der sportlichen Figur durfte in den USA danach mit dem Topmanager Chase Carey das Tagesgeschäft bei 21st Century Fox leiten, also jenem Konzernteil, der Film und Fernsehen verantwortet – offensichtlich zur Zufriedenheit seines Vaters. Denn bereits im vergangenen Sommer unternahm der greise Milliardär und Unternehmer einen folgenschweren Schritt: Er teilte die Macht mit der jüngeren Generation und stellt die Weichen für seine Nachfolge.

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