Jan Hein Simons
Aufstieg in die Business-Class

Nach langer Durststrecke hat es Jan Hein Simons, Chef der NH Hoteles, geschafft: Die Hotelkette hat sich auf dem deutschen Markt als eigene Marke etabliert. Dabei wird dem Niederländer hoch angerechnet, dass er Mentalitätsunterschiede zwischen Deutschen und Spaniern in den Griff bekommen hat.

BERLIN. Der Markteintritt kam einem Paukenschlag gleich: Mit der Übernahme von über 50 Astron-Hotels stieg der spanische Hotelbetreiber NH Hoteles mit Macht in die Business-Class des deutschen Beherbergungsgeschäfts ein. Doch ohne großes Tamtam und ohne millionenschwere Werbeaktionen blieb es lange Zeit eher ein Einstieg im Verborgenen. Lange noch war der Kundschaft der alte Name vertrauter als der neue, der zudem noch aus den Hotels auf gut Spanisch zungenbrecherische „Hoteles“ machte.

NH stand eine lange Durststrecke durch. Erst jetzt, fünf Jahre nach dem Erwerb der deutschen Kette, zieht Jan Hein Simons, der Statthalter der Spanier im deutschen Markt, zufrieden Bilanz: „Astron, das ist endgültig Vergangenheit.“ In Deutschland habe man sich mittlerweile als eigenständige Marke etabliert. Und mit Blick auf die kürzlich veröffentlichten, glänzenden Quartalszahlen des an der Madrider Börse notierten Hotelkonzerns, ergänzt er: „Wir werden auch in Deutschland ein Riesenjahr machen – weit besser als die letzten Jahre und weit besser als der Markt insgesamt.“

Experten bestätigen, dass der Deutschland-Chef wohl tatsächlich so optimistisch von seinen Geschäftszahlen reden darf – nachdem er die Mentalitätsunterschiede erfolgreich gemeistert hat, an denen die Spanier zunächst zu scheitern drohten. „Da hat Simon sicherlich die entscheidenden Brücken gebaut“, urteilt Maria Pütz-Willems, Chefredakteurin des Branchendienstes „Hospitality Inside“.

Auch Unternehmensberaterin Martina Fidlschuster von der Firma Hotours kennt die Probleme, vor denen ausländische Hotelkonzerne in Deutschland stehen. Der deutsche Markt als größter in Europa sei attraktiv. „Doch er hat erhebliche Tücken, da er zu 80 Prozent vom Binnengeschäft lebt. Da musste Simons erst einmal ordentlich seine Hausaufgaben machen“, sagt sie.

Was das Hotelprodukt betrifft, setzt Simon auf das Erfolgsrezept: „Deutsche Gründlichkeit vereint mit spanischem Flair“. NH positioniert sich im gehobenen Segment der Vier-Sterne-Geschäftsreisehotels, mit modernem, zuweilen puristisch anmutendem Design. Die deutschen Häuser wachsen schneller als die Wettbewerber, an guten Standorten sogar zweistellig. Die Pläne sind ehrgeizig: In drei Jahren will Simons die Zahl der Zimmer auf über 70 000 verdoppeln. Aus derzeit 58 Häusern sollen zunächst 70 bis 90 werden, später auch hundert. Etwa zwei Drittel der neuen NH Hotels werden bestehende Häuser sein, der Rest wird komplett neu gebaut. Die spanische Zentrale, in der er vor der Astron-Übernahme zwei Jahre gearbeitet hat, liefert Vorgaben und natürlich die Markendetails.

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