Jan Rinnert
Schwiegersohn darf bei Heraeus ran

Mit Jan Rinnert sitzt wieder einer aus der Familie im Spitzengremium der Edelmetallfirma. Er kümmert sich um die Finanzen und könnte ganz an die Spitze des Familienunternehmens aufsteigen.

FRANKFURT. Strahlend und selbstsicher zeigt sich der groß gewachsene Norddeutsche. Und mit einer Portion Humor. „Nein, ich bin nicht der heimliche Geschäftsführer“, sagt er lachend und ergänzt: „Ich bin Teil eines professionellen Managementteams, mehr nicht.“ Der erste öffentliche Auftritt, er ist Jan Rinnert geglückt.

Seit August 2007 ist der 39-Jährige Mitglied der Geschäftsführung des Familienunternehmens Heraeus. Er leitet beim Mischkonzern, der zu den weltgrößten Edelmetallhändlern zählt, das Finanzressort. Sein Vorgänger Dieter Truxius ist ausgeschieden. Als Schwiegersohn von Aufsichtsratschef Jürgen Heraeus ist Rinnert nach längerer Zeit der Erste aus dem Familienkreis, der an der Spitze Verantwortung übernimmt. „Die Rolle als Familienmitglied ist für mich eher Verpflichtung und Ansporn“, sagte der 39-Jährige gestern.

Dass er von seinem Job etwas versteht, merkt man schnell. Eloquent führt er durch die Bilanz des Mischunternehmens. Knapp und präzise sind seine Ausführungen. Der Vortrag fällt Rinnert nicht schwer. Zum einen sind die Heraeus-Zahlen eindrucksvoll. Zum anderen darf er mehr erzählen als so mancher Kollege von anderen, nicht börsenotierten Unternehmen.

Und doch steht an diesem Tag vor allem eine Frage im Mittelpunkt: ob und wann Rinnert die Führung des Unternehmens übernimmt. Das sei Sache des Aufsichtsrates, kontert Rinnert, ein Lächeln auf den Lippen.

Erfahrung genug bringt er wohl mit. Rinnert wird am 30. August in Oldenburg/Holstein geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und der Rechtswissenschaften arbeitet er für das Land Bremen. Später steigt er bei einer internationalen Management-Beratung ein. Zwischen 2000 und 2004 führt er die Titan-Aluminium-Feinguß GmbH mit Sitz in Bestwig/Hochsauerlandkreis. Anschließend wird er Geschäftsführer der Heraeus-Tochter Kulzer.

Sollte Rinnert eines Tages tatsächlich das Ruder bei Heraeus übernehmen, wäre dies das Ende einer Ära. Seit dem Wechsel von Jürgen Heraeus in das Kontrollgremium im Jahr 2000 wird die Familienholding von externen Managern geleitet. Zwar war der erste Versuch nicht sehr erfolgreich: Horst Heidsieck schied nach knapp drei Jahren wieder aus.

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