Japan
Neuer Chef soll Hitachi aus der Krise führen

Der Elektrokonzern Hitachi tauscht wegen der erwarteten Rekordverluste den Chef aus. Als neuer Präsident und CEO wird ab April Takashi Kawamura das Unternehmen leiten. Der künftige Präsident muss die Kosten senken, der Absatz von Elektrogeräten ist weltweit steil eingebrochen.

TOKIO. Der Elektrokonzern Hitachi tauscht wegen der erwarteten Rekordverluste den Chef aus. Als neuer Präsident und CEO wird ab April Takashi Kawamura das Unternehmen leiten, teilte Hitachi gestern in Tokio mit. Vor dem 69-jährigen Elektroingenieur liegen schwere Aufgaben: Hitachi rechnet für das Geschäftsjahr bis Ende März mit einem Verlust von 5,5 Mrd. Euro. Kawamuras sieben Jahre jüngerer Vorgänger, Kazuo Furukawa, bezieht den Posten eines Vize-Chairmans. Zuvor hatten schon Sony, Mazda und Toyota ihre Führung ausgewechselt. Kawamura kennt sich bei Hitachi bestens aus: Er trat direkt nach dem Studium dort ein. Seine Karriere hat ihn durch fast alle Konzernbereiche geführt. Seit 2007 ist er Chairman von Hitachi Maxell, einem Hersteller von Batterien und DVD-Rohlingen.

Die Aufgabenliste Kawamuras ist lang. Das Unternehmen will möglichst schnell knapp vier Mrd. Euro einsparen. Die Sparten für Autoelektrik und die Konsumelektronik will Hitachi dazu in eigenständige Firmen auslagern, wegen ihres strategischen Werts aber auf jeden Fall behalten. Die Autoelektronik beispielsweise bedient den besonders aussichtsreichen Wachstumsmarkt mit Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeugen. In dem künftigen Tochterunternehmen für Konsumelektronik würde das Geschäft mit Fernsehern, Projektoren und optischen Laufwerken stecken. Die Abtrennung vom Konzern soll zum 1. Juli wirksam werden.

Wie die Ausgründung eigenständiger Tochterunternehmen die Kosten senken soll, ist im Detail noch offen. Schon im vergangenen Jahr hatte Hitachi angekündigt, 7 000 Stellen abzubauen. Die jetzige Sparrunde kommt noch dazu. Der Absatz von Elektrogeräten ist weltweit mit Beginn der Wirtschaftskrise steil eingebrochen. Analysten werfen Hitachi allerdings schon lange vor, zu sehr vom japanischen Markt abhängig zu sein.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
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