Jasjit Bhattal: Lehmans letzter Manager ist am Ende

Jasjit Bhattal
Lehmans letzter Manager ist am Ende

Der Vize beim Investmenthaus Nomura kam vom kollabierten Konkurrenten Lehman Brothers. Mit seinem Auftrag, den neuen Arbeitgeber zu globaler Größe zu verhelfen, ist Bhattal gescheitert - und musste nun seinen Hut nehmen.
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TokioNachdem er mitgeholfen hatte, das Finanzsystem an den Rand des Abgrunds zu führen, machte er noch mal Karriere: Jasjit Bhattal war Asien-Chef bei Lehman Brothers, sollte nach deren Pleite die japanische Investmentbank Nomura zu einer internationalen Größe machen. Daran ist er gescheitert, gestern gab Nomura die Trennung bekannt. Der bisherige Vize-Chef der japanischen Investmentbank war höher aufgestiegen und hatte es länger ausgehalten als jedes andere Urgestein der Pleitebank Lehman.

Für Nomura ist Bhattals Rücktritt ein schwerer Schlag. Die von ihm geführte Sparte ist nicht nur fast deckungsgleich mit Nomuras Auslandsgeschäft. In ihr sind auch die Europa- und Asien-Zweige der kollabierten US-Bank Lehman Brothers aufgegangen, die Nomura 2008 gekauft hatte. Und Bhattal war das Aushängeschild der Integration: Er saß im Hongkong und war das einzige ausländische Vorstandsmitglied.

Allerdings: Die Verluste seines Geschäftszweigs zogen den gesamten Konzern im dritten Quartal in die roten Zahlen. Als Sanierungsmaßnahme erlegte Nomura der Belegschaft Kostensenkungen von 1,2 Milliarden US-Dollar auf. Nun wird an den Märkten spekuliert, ob Bhattal wegen des Verlusts gegangen wurde oder wegen des Streichprogramms gegangen ist.

Nomura-Chef Kenichi Watanabe gab wohl daher in Japans Wirtschaftszeitung „Nikkei“ gestern sicherheitshalber eine Bestandsgarantie für das Auslandsgeschäft Schlichtes Entlassen sei sinnlos.

Martin Kölling, Handelsblatt-Redakteur und Korrespondent in Tokio. Quelle: privat
Martin Kölling
Handelsblatt / Asien-Korrespondent

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