Jean-Marc Loubier folgt auf Frank Rheinboldt
Russischer Großaktionär tauscht Escada-Chef aus

Escada-Großaktionär Rustam Aksenenko hat sich im monatelangen Kampf um die Ausrichtung des Unternehmens durchgesetzt und die Ablösung von Vorstandschef Frank Rheinboldt erreicht. Auf ihn folgt Aufsichtsrat Jean-Marc Loubier. Der 51-jährige Manager soll Escada zu einer führenden Luxusmarke entwickeln. Seine Strategie steht bereits.

HB MÜNCHEN. Auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Mittwoch habe das Kontrollgremium einstimmig für einen Führungswechsel votiert, teilte der Luxusmodehersteller mit. Das Kontrollgremium und der 40-jährige Rheinboldt, der nur etwas über ein Jahr im Amt war, hätten sich „im beiderseitigen Einvernehmen“ auf eine Trennung schon für Donnerstag geeinigt. Rheinboldts Nachfolger wird der dem Umfeld Aksenenkos zuzurechnende Manager Jean-Marc Loubier. Der 51-jährige Loubier ist seit November 2006 im Aufsichtsrat von Escada und war zuletzt 16 Jahre beim französischen Luxusgüterkonzern LVMH-Konzern tätig.

Seit Monaten schwelt zwischen dem Russen Aksenenko, der rund ein Viertel der Escada-Aktien hält, und Rheinboldt ein Streit über die Ausrichtung des Unternehmens. Aksenenko ging der Umbau von Escada nicht schnell genug, Rheinboldt mahnte Bedacht an. Erst Anfang Mai hatte Rheinboldt erklärt, der Streit sei beendet. Aksenenko unterwanderte dies jedoch und enthielt sich bei der Hauptversammlung kurze Zeit später bei der Entlastung des Vorstands seiner Stimmen.

Rheinboldt hatte erst im Februar 2006 Unternehmensgründer Wolfgang Ley als Chef des Unternehmens abgelöst. Zuvor leitete er die Tochter Primera. Insgesamt war er 16 Jahren bei Escada tätig. „Der Aufsichtsrat spricht Herrn Rheinboldt Dank und Anerkennung für sein langjähriges und erfolgreiches Wirken im Escada-Konzern aus“, hieß es nun. Zugleich ließ der neue Aufsichtsratschef Hans-Jörg Rudloff mitteilen, das Gremium sei überzeugt, dass Escada sich unter Loubier zu einer führenden Luxusmarke entwickeln werde. Loubier kündigte an, eine starke Markenidentität zu schaffen und das Vertriebsnetz neu zu organisieren. Er will das Accessoire-Geschäft kräftig ausbauen und sich auf die Kernmärkte konzentrieren. Ob damit ein Verkauf der Tochter Primera verbunden sein könnte, ist noch offen.

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