Jeff Bezos und Blue Origin
Amazon-Chef verkauft Anteile für den Weltraum-Traum

Jeff Bezos will mit seinem Raumfahrtunternehmen Blue Origin schon im kommenden Jahr Passagiere ins All befördern. Das Projekt ist ehrgeizig – und verschlingt Milliarden. Der Amazon-Gründer will daher Aktien verkaufen.
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Colorado SpringsAmazon-Gründer Jeff Bezos will seinem Weltraumunternehmen Blue Origin mit Milliardenbeträgen zum Durchbruch verhelfen. Es sei mit Kosten in Höhe von rund 2,5 Milliarden Dollar zu rechnen, sagte Bezos am Mittwoch bei einer Konferenz in Colorado Springs. Um das Projekt zu finanzieren, werde er pro Jahr Amazon-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar abstoßen.

Bezos, dem auch die Zeitung „Washington Post“ gehört, ist beim weltgrößten Online-Händler Vorstandschef und größter Aktionär. Sein knapp 17-prozentiges Paket ist momentan an der Börse mehr als 73 Milliarden Dollar wert. Laut „Forbes“-Magazin hat er insgesamt ein Vermögen von 78 Milliarden Dollar.

Um das Projekt profitabel zu machen, sollen die Raketen wiederverwendbar sein. Das soll die Kosten im Rahmen halten. Bezos will mit seiner Firma zahlenden Passagieren schon von 2018 an Weltraumflüge anbieten. Sie sollen für einige Minuten die Schwerelosigkeit erfahren. In der Raumkapsel soll es Platz für sechs Personen geben.

Blue Origin hatte zuletzt den französischen Eutelsat-Konzern als ersten Kunden für einen Satelliten-Start gewonnen. „Wir könnten uns keinen besseren Partner wünschen“, erklärte Bezos Anfang März in Washington. Eutelsat-Chef Rodolphe Belmer gab 2021 als Zieldatum für den ersten Start an. Einzelheiten des Vertrags wurden zunächst nicht bekannt. Blue Origin will bis Ende des Jahrzehnts eine wiederverwertbare Rakete namens „New Glenn“ in Betrieb nehmen. Sie soll der „New Shepard“-Rakete folgen, deren bemannte Testflüge für dieses Jahr geplant sind. Die Mehrfachnutzung der Raketen soll die Preise senken.

Bezos' Unternehmen konkurriert unter anderem mit SpaceX des Tesla-Gründers und Elektroauto-Pioniers Elon Musk, dem europäischen Raumfahrtunternehmen Arianespace und der United Launch Alliance der US-Flugzeugbauer Lockheed Martin und Boeing. Eutelsat verfügt über eine Flotte von 39 Satelliten und hat dafür bereits auf SpaceX zurückgegriffen. „Als Branchenführer sehen wir unsere Aufgabe darin, den Wettbewerb anzukurbeln, damit es einen stetigen Zustrom an Innovationen gibt“, sagte Belmer. Auch SpaceX setzt auf wiederverwertbare Raketen. Für einen Start nimmt das Musk-Unternehmen seiner Website zufolge etwa 62 Millionen Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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