Jeff Bezos
Vom Weltraum-Visionär zum Zeitungsverleger

Bislang gehörte vor allem die Raumfahrt zu Jeff Bezos' Hobbys. Jetzt investiert der Amazon-Gründer in die US-Tageszeitung „Washington Post“. Die Hoffnung für die Mitarbeiter: Bezos setzt auf langfristige Projekte.
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New YorkJeff Bezos gilt als ein Mann für die ganz große Perspektive. Der 49-jährige Amazon-Gründer „denkt in Jahrzehnten und Jahrhunderten“, sagte ein ehemaliger Manager des weltgrößten Kaufhauses einmal im „Wall Street Journal“ über seinen Chef. „Jeff ist programmiert auf die ganz lange Sicht“.

Für die Mitarbeiter der „Washington Post“ dürfte das ein Hoffnungszeichen sein. Wie am Montag bekannt wurde, kauft Bezos die renommierte US-Tageszeitung und nimmt sie von der Börse. Als Privatmann kann er sich dann ganz in Ruhe um die Privatfirma kümmern und sie trotz Zeitungskrise und Auflagenverlusten fit zu machen für die Zukunft.

Ausgerechnet Bezos, der als Gründer und Chef von Amazon wie kaum ein anderer die Verdrängung gedruckter Bücher durch E-Books beschleunigt. Doch seine Business-Philosophie passt perfekt zum heutigen Zustand der Branche in Amerika: Er ist bereit, jahrelange Durststrecken in Kauf zu nehmen.

Zudem ist der Unternehmer nicht darauf angewiesen, dass die „Washington Post“ ihn reicher macht. Die 250 Millionen Dollar, die er bezahlt, machen höchstens ein Prozent seines geschätzten Vermögens aus. Laut Daten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg verfügt Bezos über ein Vermögen von 27,9 Milliarden Dollar, die ihm vor allem sein 19 Prozent-Anteil an Amazon sichert. Im jüngsten Reichen-Ranking von Bloomberg steht Bezos auf Platz 16 – noch vor den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin, Microsoft-Chef Steve Ballmer und Dell-Gründer Michael Dell.

Sein Interesse an der Medienwelt offenbarte Bezos erstmals im Frühjahr, als er fünf Millionen Dollar in die Website „Business Insider“ investierte, ein Blog, das Wirtschafts-Berichterstattung mit klickträchtigen Schlagzeilen praktiziert.

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„Wir werden experimentieren müssen“

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