Jeffrey Stevenson kauft zu
Schreckgespenst der Medienbranche

Stevensons Gelassenheit beruht auf einer langen Erfolgsgeschichte. 1982, direkt nach dem Studium, stieß er zu der New Yorker Investmentbank, die damals Veronis Suhler hieß. Sie spezialisierte sich auf die Medienbranche, entstammten dieser doch die Gründer: John Veronis gab die Zeitschrift „Psychology Today“ heraus, John Suhler leitete einst das Medienhaus CBS Publishing.

Unter Stevensons Leitung startet Veronis Suhler 1989 den ersten Private-Equity-Fonds. Bis heute folgen drei weitere, jeder größer als der vorige. Private Equity ist heute das wichtigste Standbein. 2001 ehren die Partner den Private-Equity-Chef mit einer Namensänderung: Seitdem heißt die Firma Veronis Suhler Stevenson.

Oft übernimmt VSS ein Unternehmen, das dann weitere Firmen kauft, um eine starke Marktposition zu erobern. So entstand der Gelbe-Seiten-Dienst Yellow Brick Road (YBR), der unter der Kontrolle von VSS und der britischen Private-Equity-Firma 3i 21 Akquisitionen abschloss und heute in sieben europäischen Ländern agiert. Im vergangenen Juli kaufte die australische Finanzfirma Macquarie YBR für 1,8 Milliarden Euro.

„VSS gilt als exzellenter Nischenspieler im Medienbereich“, sagt ein Private-Equity-Rivale, „bei den ganz großen Deals spielten sie jedoch bislang nicht mit.“ Der neue, bislang größte VSS-Private-Equity-Fonds strebt ein Volumen von 1,25 Milliarden Dollar an – weit weniger als der Rivale Blackstone, der zweistellige Milliardenbeträge einsammelt. Durch Partnerschaften mit anderen Investoren und Kreditaufnahme kann Stevenson trotzdem mehrere Milliarden investieren.

Die Angst der Kritiker: VSS wird die „Berliner Zeitung“ kaputtsparen. Stevenson hält dagegen: Er wolle auch „Synergien heben“. VSS-Manager Johannes von Bismarck, verantwortlich für Beteiligungen im deutschsprachigen Raum, wird konkreter: „In der Redaktion, beim Druck und in der Anzeigenvermarktung lässt sich manches zentralisieren.“ Andererseits wolle VSS „die lokalen Stärken des Berliner Verlags und der ,Morgenpost’ bewahren“.

Gleichzeitig müsse VSS investieren, sagt Stevenson: „Wir wollen ja in fünf bis sieben Jahren mit Gewinn verkaufen.“ Weil die Auflage von Tageszeitungen sinke, werde die BV-Gruppe neue Verbreitungswege wie das Internet ausbauen: „Dafür nehmen wir Geld in die Hand.“

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