Jens Dirk Nonnenmacher
HSH zahlte Halteprämie für Nonnenmacher

Die HSH Nordbank hat Vorstandschef Jens Dirk Nonnenmacher das umstrittene Millionengehalt gewährt, um zu vermeiden, dass er die angeschlagene Landesbank verlässt. Nonnenmacher hatte bereits im Mai nach Informationen des Handelsblatts seinen Arbeitsvertrag zum 31. Juli 2009 gekündigt.

BERLIN. Die Eigner der HSH konnten ihn offenbar nur bewegen weiterzumachen, indem sie ihm eine Sonderzahlung von 2,9 Mio. Euro zusicherten, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Landesbank und der Politik.

Der HSH-Chef hatte den Informationen zufolge vor seinem Amtsantritt im November mit dem damaligen Aufsichtsratschef Wolfgang Peiner ein Sonderkündigungsrecht zum 31. Juli 2009 ausgehandelt. Genau das war Nonnenmacher im Begriff auszuüben, ehe der Aufsichtsrat den Banker mit der Sonderzahlung von einem Verbleib in dem Institut überzeugen konnte.

Der neue Aufsichtsratschef der HSH, der frühere Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende Hilmar Kopper, hatte die Sonderzahlung in den vergangenen Tagen noch damit begründet, dass Nonnenmacher in Personalunion für gleich drei Ressorts, die operative Führung, Finanzen und das Risikomanagement, verantwortlich sei. Kopper, Nonnenmacher und die Bank wollten sich am Donnerstag nicht äußern. Vertragskonditionen unterlägen der Vertraulichkeit, erklärte eine Sprecherin. Eigentümer der HSH sind die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg.

In Kiel hat die erst am Wochenende bekannt gewordene Millionenzahlung inzwischen eine Regierungskrise ausgelöst. Die CDU strebt Neuwahlen an, über die der Landtag am Montag entscheidet. Am Donnerstag griffen Opposition und die mitregierende SPD Ministerpräsidenten Harry Carstensen (CDU) scharf an. SPD-Landeschef Ralf Stegner wirft Carstensen Unehrlichkeit vor. Der Ministerpräsident benutze den Streit über die Bonuszahlungen nur, um Neuwahlen zu erzwingen.

Die Sonderzahlung hat auch in Berlin für Kritik gesorgt. "Da kann einem schon der Kragen platzen", sagte Finanzminister Peer Steinbrück. Die HSH Nordbank steckt in Problemen und hat 2008 einen Verlust von 2,7 Mrd. Euro gemacht. Der Bund half mit Garantien über rund 30 Mrd. Euro.

Als Nonnenmacher im November 2008 den Vorstandsvorsitz bei der krisengeschüttelten Bank von Hans Berger übernahm, vereinbarte er nach Informationen des Handelsblatts mit dem damaligen Aufsichtsratschef Wolfgang Peiner ein Sonderkündigungsrecht bis zum 31.Juli 2009.

In diesem Fall sollte er eine Abfindung in Höhe von 2,9 Mio. erhalten. Der Aufsichtsrat ließ sich darauf ein - auch weil Nonnenmacher in Personalunion immer noch zuständig ist für die Ressorts Finanzen, Operatives und Risiko.

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