Jerome York hilft Großinvestor beim Angriff auf General Motors
Kerkorians hartes Vorgehen ist legendär

Schon wenige Tage nach seiner überraschenden Kaufofferte hat Kirk Kerkorian, der neue Großaktionär des Autobauers General Motors (GM), begonnen, den Druck auf das Management zu erhöhen.

HB FRANKFURT/M.Der 87-jährige Milliardär holte sich angesichts der geplanten Aufstockung seiner Anteile auf neun Prozent mit Jerome York einen Sanierungsexperten an Bord. Kein Unbekannter für Kerkorian: Bereits 1995 unterstützte er den Kasino-Magnaten bei dessen vergeblichem Versuch, Chrysler zu übernehmen.

Kerkorian betonte zwar gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC, dass er keine aktuellen Pläne hege für eine Fusion oder Restrukturierung von GM und einen damit verbundenen Personalwechsel im Management sowie Verwaltungsrat. Doch viele Analysten und Investoren glauben, dass die Berufung von York eine andere Sprache spricht. Der 66-Jährige gilt als Spezialist für die Restrukturierung von angeschlagenen Großkonzernen. Als Finanzchef von Chrysler war er eine Schlüsselfigur bei der Sanierung des drittgrößten US-Autobauers Anfang der 90er. 1993 wechselte York zu IBM, wo er eine tief greifende Restrukturierung durchsetzte. 1995 holte Kerkorian York als Vizechef in seine Holdinggesellschaft Tracinda, die 1990 bei Chrysler als Großaktionär eingestiegen war. 1999 trennten sich die Wege von Kerkorian und York.

Nun kämpfen sie wieder gemeinsam. York übernahm es bereits am Tag der Veröffentlichung der Kaufofferte, seinen Ex-Chrysler-Kollegen und heutigen GM-Vize Bob Lutz über das Tracinda-Investment zu informieren. Auch GM-Finanzchef John Devine kontaktierte er.

Seit Anfang der Woche liegt die Offerte von Kerkorians Holding für bis zu 28 Millionen GM-Aktien offiziell vor. Der Vorstand will über das Angebot bis zum 20. Mai eine Empfehlung aussprechen.

Kerkorian ist bekannt dafür, dass er versucht, massiv Einfluss auf das Management zu nehmen. Sein hartes Vorgehen ist legendär, sollte dieses seine Strategievorschläge nicht ausreichend beachten. Für Aufsehen sorgte er zuletzt durch seine Klage gegen Daimler-Chrysler. Er warf Vorstandschef Jürgen Schrempp vor, dieser habe den Zusammenschluss nur als „Fusion unter Gleichen“ deklariert, um den Chrysler-Aktionären weniger für ihre Aktien zahlen zu müssen. Der Prozess geht in die zweite Instanz.

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