Jetzt geht es für Peter Hartz um Volkswagen, um sonst nichts
Der Manager, nicht die IV

Die Großleinwand ist unbarmherzig: Sie zeigt jede nervöse Augenzuckung von Peter Hartz, als der Personalvorstand von Volkswagen am Morgen in Wolfsburg vorstellt, was Gewerkschafter schon im Voraus als „Katalog des Grauens“ bezeichnet haben.

HB WOLFSBURG. Um 30 Prozent sollen die Arbeitskosten bis 2011 in Deutschland sinken, fordert der Mann auf dem Podium von den VW-Mitarbeitern. Dafür verspricht er ihnen sichere Jobs. Und wie um den Leuten die Kröten, die sie schlucken sollen, schmackhaft zu machen, hat der Wortgewaltige seinem Programm einen positiv klingenden Namen gegeben: „Nachhaltigkeitsvertrag“.

Zwei Jahre vor seiner Pensionierung will der 63-jährige Hartz vor allem eines: Deutschlands größten Autokonzern für die Zukunft fit machen. Der Manager – seit Ewigkeiten Mitglied der IG Metall und Duzfreund von Gewerkschaftsboss Jürgen Peters – hat stets ein Herz für die Mitarbeiter gezeigt: Schon bei der letzten großen Tarifauseinandersetzung bei VW 1993 hat er Massenentlassungen in deutschen Werken verhindert. Und den Arbeitern der VW-Tochter in Brasilien hat er sogar hinter dem Rücken des regionalen Chefs Arbeitsplatzgarantien gegeben – sehr zum Ärger der heutigen Führung der angeschlagenen Tochter, die seit Jahren mit seinem Erbe zu kämpfen hat.

„Wir werden unbequeme Wege einschlagen müssen“ – Hartz’ Motto bezieht sich nicht nur auf Tarifverhandlungen. Dem ganzen Land hat er eine Arbeitsmarktreform verordnet – „Hartz IV“. Doch was dem Manager auch in der Politik Erfolg bescheren sollte, erweist sich inzwischen als reines Ärgernis: Sein Name ist zum Schimpfwort geworden. „Hartzlos“ steht auf Transparenten, die Demonstranten neuerdings montags durch deutsche Straßen tragen.

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