Joachim Milberg beriet gestern den Kanzler in Sachen Innovationsoffensive
Pendler zwischen den Welten

Selbst für einen so erfahrenen und weltgewandten Manager und Wissenschaftler wie Ex-BMW-Chef Joachim Milberg gibt es noch unbekanntes Terrain. Die Politik zum Beispiel.

MÜNCHEN. Gestern Abend saß er mit elf anderen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft beim Kanzler zum Gespräch über die Innovationsoffensive.

Eigentlich könnte es dafür keinen besseren Ratgeber für Gerhard Schröder geben als Milberg mit seiner Doppelkarriere als Universitätsprofessor und Unternehmenslenker. Doch der übt sich in der Zurückhaltung, die den Bewohnern seiner ostwestfälischen Heimat eigen ist: „Ich gehe nicht mit Forderungen in diese Runde, sondern versuche, offen zu sein und mir erst einmal einen Eindruck zu verschaffen“, sagt der 60-Jährige mit dem Silberscheitel. Dabei hat er jede Menge Munition im Gepäck. Wenn Deutschland weiter zu den innovativen Industrienationen gehören will, passten Milliardensubventionen in den Kohlebergbau nicht ins Bild.

Milberg hat eben mehr Sendungsbewusstsein, als seine zurückhaltende Art vermuten lässt. Wachstum könne in entwickelten Volkswirtschaften nur durch Innovationen entstehen. „Und die kommen fast nur aus Naturwissenschaft und Technik“, versichert Milberg.

Und hier ist er in seinem Element. Seit zwei Jahren vertritt er die damals gegründete Acatech, ein nationales Sprachrohr der Technikwissenschaftler. Was als Teilzeitjob ehrenhalber gedacht war, nimmt ihn inzwischen voll in Anspruch. 200 hochkarätige Wissenschaftler und Ingenieure zählt der Verein als Mitglieder, fast die gesamte Kanzlerrunde gestern rekrutiert sich aus der Acatech. Von der Plattform Acatech aus wollen Milberg und seine Kollegen einer optimistischen, naturwissenschaftlichen und innovationsbejahenden Sichtweise in Deutschland mehr Gewicht verleihen.

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