Jochen Schweizer
Das Kind im Mann

Der ehemalige Stuntman und Extremsportler Jochen Schweizer ist heute ein erfolgreicher Unternehmer. Mit Bungee-Jumping, Sky-Diving und House-Running machte er 2009 mehr als 30 Mio. Euro Umsatz. Jetzt hat er ein Buch geschrieben.
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Ein wilder Junge ist er immer noch, auch mit 53 Jahren. Jochen Schweizer, der nach dem Abitur mit dem Motorrad Afrika durchquert und Actionfilme mit Willy Bogner gedreht hat, schwärmt heute vom Heliskiing in den kanadischen Bergen, wo ihn ein Hubschrauber in den unberührten Tiefschnee bringt. Ganz loslassen vom Extremsport, vom Adrenalin kann er immer noch nicht – obwohl Schweizer mittlerweile deutlich mehr Verantwortung trägt als früher: Für seine zwei Söhne - und für sein mittelständisches Unternehmen. Sein Leben hat er jetzt aufgeschrieben. Das Buch „Warum Menschen fliegen können müssen“ erscheint pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober.

Schweizer, der das Bungee-Jumping in Deutschland für die breite Masse zugänglich gemacht hat, verdient mit dem Verkauf von Erlebnisgutscheinen mittlerweile recht gut: 2009 lag der Umsatz der Unternehmensgruppe bei rund 35 Mio. Euro, im nächsten Jahr sollen es 45 Mio. werden. Zum Vergleich: 2005, im ersten Jahr, belief sich der Umsatz auf gerade einmal 180 000 Euro. Sein Geschäftsmodell: Schweizer verkauft außergewöhnliche, häufig extreme Abenteuer, die der Kunde nicht vergessen wird. Bei ihm ordern überwiegend Frauen Gutscheine für ihre Männer.

Und die können dann zwischen mehr als 900 Erlebnissen wählen: vom Fallschirmspringen in Tschechien und Bagger fahren in der Eifel bis hin zur Formel-1-Rennfahrt in Frankreich. „Ein besseres Spielzimmer gibt es doch nicht“, sagt Jochen Schweizer. Er, der braungebrannte, durchtrainierte Sunnyboy mit der Glatze und dem Oberlippen-Kinnbart ist Ideengeber, Stratege, kreativer Kopf des Unternehmens, um das Tagesgeschäft kümmert er sich allerdings längst nicht mehr.

Vor drei Jahren hat er einen Geschäftsführer eingestellt, um das schnelle Wachstum der Firma in den Griff zu bekommen. Hans-Ulrich Sachenbacher war Assistent von Dieter Zetsche, als der noch Vertriebsvorstand bei Mercedes-Benz war, später hat er als Vertriebschef von Sixt Karriere gemacht. Sachenbacher, den trockenen Zahlenmenschen, hat es gereizt, aus einem Nischenprodukt mit extrovertiertem Eigentümer ein gesundes Unternehmen zu machen und die notwendigen Strukturen zu schaffen.

Die Arbeitsteilung ist dabei klar: „Jochen Schweizer gewinnt Finanzinvestoren und große Kunden, ich kümmere mich ums operative“, sagt der Geschäftsführer. Mittlerweile gibt es die Jochen-Schweizer-Gutscheine nicht mehr nur im Internet, sondern auch in eigenen Shops und bei Handelspartnern wie beispielsweise der Deutschen Post.

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