Johannes Teyssen
Neuer Job für den Überflieger von Eon

Johannes Teyssen hat bei Eon schon viel erreicht. Erst im März ist er beim Düsseldorfer Energieriesen zum stellvertretenden Vorstandschef aufgestiegen. Nun soll er auch in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einrücken.

DÜSSELDORF. Für Johannes Teyssen geht es weiter zügig aufwärts. Erst seit März ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Düsseldorfer Energieriesen Eon. Und vielleicht schon in zwei, spätestens in vier Jahren wird er aller Voraussicht nach den amtierenden Eon-Chef Wulf Bernotat ablösen.

Jetzt kommt ein weiteres, wichtiges Amt außerhalb des Konzerns hinzu. Die Aktionäre der Deutschen Bank sollen den 48-jährigen promovierten Juristen auf der Hauptversammlung am 29. Mai in den Aufsichtsrat wählen. Dort ersetzt Teyssen den ehemaligen Siemens-Chef Heinrich von Pierer, der sich nicht mehr zur Wiederwahl stellt.

Die Freundschaft zwischen Deutschlands führendem Geldhaus und dem größten deutschen Energieversorger ist lang und eng. Bis vor wenigen Wochen saß der frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer im Aufsichtsrat von Eon, und Eon-Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann ist bis zur Hauptversammlung Ende Mai Kontrolleur der Frankfurter Bank.

Teyssen selbst hielt sich mit Aufsichtsratsmandaten außerhalb von Eon bislang zurück. Nur beim niedersächsischen Stahlkonzern Salzgitter gehört er als Vertreter der Kapitalseite dem Kontrollgremium bereits an, und dort stellt er sich auf der Hauptversammlung an diesem Freitag zur Wiederwahl.

Die Wahl zum Aufsichtsrat der Deutschen Bank passt in die Vita des hoch aufgeschossenen Managers, der sein gesamtes Berufsleben bei Eon und im Vorgängerkonzern Veba absolviert hat. Bei Eon ist Teyssen inzwischen für die Führung, Steuerung und Koordination des gesamten operativen Geschäfts verantwortlich.

Der in Hildesheim geborene Teyssen gilt als Überflieger, auf den in der Vergangenheit schon der ein oder andere nationale und internationale Wettbewerber ein Auge geworfen hat. So soll er vor einem Jahr als Nachfolger von Harry Roels als neuer RWE-Chef im Gespräch gewesen sein. „Teyssen wird in der Branche und im Unternehmen hoch geschätzt“, sagt ein Personalberater. „Er hat einen tadellosen Ruf.“ Kenner Eons bescheinigen ihm ein gutes Verhandlungsgeschick: Er könne überzeugen, aber auch zuhören.

Doch bei allem Geschick: Teyssen kämpft mit demselben Handicap wie Eon-Konzernchef Bernotat. Beide können zwar gut argumentieren, sie kommen aber häufig distanziert, zuweilen gar arrogant in der Öffentlichkeit an. Teyssen, Vater von vier Kindern und Fußballfan, hat zwar einen ausgeprägten Humor, wirkt auf den ersten Blick aber spröde.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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