John Bond: Xstatra holt ein Schwergewicht in den Verwaltungsrat

John Bond
Xstatra holt ein Schwergewicht in den Verwaltungsrat

Seine Karriere begann er bei HSBC in Hongkong. Nun soll John Bond mit bald 70 Jahren den Verwaltungsrat von Xstatra anführen. Damit könnten turbulente Zeiten auf den Harley-Fan zukommen.
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LondonAuf einer Harley-Davidson quer durch Amerika zu brettern – das hat sich John Bond vor Jahren vorgenommen, sobald er in Rente gehen sollte. Das Alter hat er schon lange erreicht, Bond wird in wenigen Monaten 70. Die Harley muss allerdings noch eine Weile warten. Bond verstärkt ab sofort als Berater den Verwaltungsrat von Xstrata und rückt im Mai sogar an die Spitze des Gremiums vor. Das kündigte das britisch-schweizerische Unternehmen gestern an. Xstrata gehört zu den größten Bergbaukonzernen der Welt.

Bond löst dort Wilhelm Strothotte ab, der diesen Posten seit 1994 innehatte. Der gebürtige Westfale bleibt zunächst noch Verwaltungsratsvorsitzender von Glencore, dem weltweit mächtigsten Rohstoffhändler und Xstrata-Großaktionär. Experten zufolge treibt Glencore derzeit seinen Gang an die Börse in London und Hongkong voran. Deswegen müsse Strothotte auch seinen Xstrata-Posten aufgeben, heißt es in der Branche. Denn nach britischen Regeln kann er nicht die Verwaltungsräte von zwei in London notierten Unternehmen anführen.

Noch ist der Börsengang aber nicht ausgemacht. Glencore habe als Alternative noch immer die Fusion mit Xstrata im Blick, sagen dem Unternehmen nahestehende Manager.

Auf John Bond könnten also turbulente Zeiten zukommen. Doch genau für solche Fälle sei er der richtige Mann, sagen Analysten. Bond zählt zu den Schwergewichten in der britischen Unternehmenslandschaft. Unter seiner Führung stieg die HSBC zu einer der weltweit größten Banken auf.

Mit knapp 20 fing er dort an. Ein Studium hatte er nicht vorzuweisen. Bei der Aufnahmeprüfung an der Universität von Oxford war er durchgefallen. Was er anzubieten hatte, war vor allem eines: seine Begeisterung für Asien. Als Hilfskraft auf einem Frachter hat er nach der Schule angeheuert, hat Decks geschruppt und Länder wie Japan, China und Singapur kennengelernt. „Seitdem war klar, dass ich in Asien arbeiten wollte“, wird er später erzählen.

Er begann seine Karriere bei HSBC in Hongkong. 1993 wurde er Chef der Bank, später saß er dem Verwaltungsrat vor.

Seit 2006 leitet er das Aufsichtsgremium von Vodafone. Im Sommer übergibt er diesen Posten an Philips-Chef Gerard Kleisterlee.


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