John Doerr
Von hier an grün

John Doerr, der Superstar unter den Risikokapitalgebern des Silicon Valley, orientiert sich neu: Sein Interesse gilt jetzt dem Umweltschutz. Wer John Doerr beschreiben will, sieht sich schnell zum Gebrauch von Superlativen genötigt.

SAN FRANCISCO. Zum Beispiel ließe sich sagen, dass er für das Silicon Valley ist, was Tom Cruise für Hollywood darstellt: ein Superstar, ein Überflieger, einer, der nichts falsch machen kann, bewundert, gefeiert, auf Händen getragen.

Der Lorbeerbekränzte selbst mag so etwas gar nicht gerne hören. „Um Gottes willen, so ein Blödsinn“, antwortet der 56-Jährige: „Ich habe schon so viele Fehler in meinem Leben gemacht, dass es für dieses und zwei weitere Leben reicht.“

Wie bitte? John Doerr? Der vielleicht beste Risikokapitalgeber der Welt? Der einst Startups wie Amazon, AOL, Compaq und Netscape die nötigen Dollar gab, um ihre Ideen zu verwirklichen? Ein Mann, aus dessen 12,5 Millionen Dollar, die er in Google steckte, ein Gewinn von drei Milliarden Dollar wurde? Nein, Mister Doerr, das kann nicht Ihr Ernst sein?

John Doerr lacht. Er lehnt sich zurück, beißt in sein vegetarisches Sandwich und erinnert mit zerknirschtem Gesicht an Unternehmen wie Homestore.com. Firmen, an die Doerr glaubte und die Kleiner, Perkins, Caufield & Byers, der Firma, für die er als einer von 18 Partnern tätig ist, Millionen Dollar kosteten. Vom Platzen der Dotcom-Blase will er gar nicht reden: „Da haben wir viel Geld die Toilette heruntergespült.“

Auch ein John Doerr also langt zuweilen mächtig daneben. Doch wer solche Erfolge vorzuweisen hat wie er, wird eben besonders in Augenschein genommen, wenn er sich so massiv und so überraschend einem neuen Tätigkeitsfeld zuwendet, wie dies Doerr und sein Kollege und guter Freund Vinod Khosla derzeit tun.

Diesmal wettet das Gespann auf grüne Technik: Über 100 Millionen Dollar steckte Kleiner Perkins jüngst in Firmen, die „uns saubere Energie, klares Wasser und bessere Luft liefern werden“, erklärt Doerr. „Green Tech könnte die größte ökonomische Chance des 21. Jahrhunderts bieten“, schließt sich Khosla an.

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