John Elkann
Der perfekte Enkel

John Elkann räumt in den Holdings der italienischen Industriellenfamilie Agnelli auf. Der 32-Jährige will die Strukturen vereinfachen - und so für einen direkteren Zugriff der Familie auf den Fiat-Konzern sorgen.

MAILAND. Ein schwarz-weißer Hubschrauber lässt die Grashalme des Fußballfelds erzittern in Villar Perosa, einem Dorf in den Bergen westlich von Turin. Zwanzig Minuten vor Beginn des Trainingsspiels des italienischen Erstligisten Juventus entsteigt John Elkann dem Helikopter im Garten der Familienvilla.

Es ist Ende August, und der 32-jährige Enkel des legendären Gianni Agnelli und heutige Fiat-Vizepräsident, folgt strikt dem Drehbuch des Großvaters. Auch Gianni Agnelli hat sich stets per Hubschrauber zum traditionellen Spiel der A- und B-Mannschaft des Turiner Fußballclubs einfliegen lassen, an dem die Familie die Mehrheit hält.

John Elkann, der älteste Sohn von Gianni Agnellis einziger Tochter, hält sich an die Tradition der Familie und hat die Rolle des Familienoberhaupts komplett verinnerlicht. Erst im Mai ist er zum Präsidenten der Familienholding Ifil aufgestiegen. Jetzt aber nimmt er die Zügel der Familieneigentümer noch straffer in die Hand und vereinfacht die komplizierte Holdingstruktur der Agnellis.

Gestern stand die Neuordnung der beiden Familienholdings Ifi und Ifil an. Bisher kontrollierte die Giovanni Agnelli & Co, in der die Interessen der rund 90 Agnelli-Erben zusammengefasst sind, die Mehrheit von Ifi, die wiederum 70 Prozent der Ifil Investments kontrolliert.

Nun sollen die beiden Gesellschaften zu einer einzigen Holding zusammengelegt werden, indem Ifil von Ifi übernommen wird. Präsident der neuen Einheitsholding wird John Elkann. Damit hätte die Familie zum einen den direkteren Zugriff auf ihre Beteiligungen. Zum anderen dürfte damit auch der Wert der Holding steigen. Sie wird derzeit an der Börse wegen der komplizierten Doppelstruktur mit einem Abschlag gehandelt. "Die Transaktion wird helfen, die Organisation der Gruppe mit einer einfacheren, klareren Struktur zu verbessern", teilten die beiden Gesellschaften gestern mit.

Ifil Investments ist eine der mächtigsten Holding-Gesellschaften in Italien. Sie ist nicht nur mit 30,45 Prozent an Fiat beteiligt. Ihr gehören unter anderem auch knapp zehn Prozent an der Investmentbank Banca Leonardo, 72 Prozent an der Immobiliengruppe Cushman & Wakefield, 60 Prozent an Juventus und 100 Prozent der Touristikgruppe Alpitour.

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