John Elkann
Elkann: Die Stunde des Agnelli-Enkels

John Elkann ist mit 33 Jahren schon Kopf des Fiat-Clans. Er legt sich mächtig in Berlin ins Zeug, damit die Italiener Opel übernehmen dürfen – eine der schwersten Entscheidungen des Familienkonzerns.

MAILAND. Im dunklen Anzug steht der schmal gebaute John Elkann neben seinen Geschwistern Lapo und Ginevra in dem Klostergarten auf dem Monte Argentario oberhalb des toskanischen Mittelmeers. Sie sind gekommen, um Abschied zu nehmen von ihrer Großtante Susanna Agnelli, der Lieblingsschwester des verstorbenen Fiat-Patriarchen Giovanni Agnelli. Keine zehn Tage ist es her, dass der traurige Anlass die Erben des Fiat-Gründers Giovanni Agnelli noch einmal vereinte.

Vereint zeigt sich die Familie auch jetzt, wenn es darum geht, die deutsche Bundesregierung von der Opel-Übernahme zu überzeugen. Ihr Anführer ist Fiat-Vizepräsident John Elkann, der heute an der Spitze der Familienholding Exor steht und dessen Ururgroßvater Giovanni Agnelli 1899 den Autokonzern gründete.

Gestern hat Elkann das gesamte Gewicht der Agnellis in die Waagschale gelegt und sich mit dem deutschen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg getroffen. Der schon länger geplante Termin mit dem italienischen Botschafter in Berlin wandelte sich so zu einem wichtigen Treffen am Tag vor der Entscheidung zu Opel. John sicherte dem Minister zu, dass der Großaktionär die Übernahme voll unterstützt.

Mit nur 33 Jahren trifft John Elkann eine der schicksalsschwersten Entscheidungen für den Familienkonzern. Mit 30,45 Prozent ist die Agnelli-Familie Hauptaktionär des Fiat-Konzerns in Turin. John Elkann gilt zwar nicht als die treibende Kraft der Expansion. Aber er steht hundert Prozent hinter den Plänen von Sergio Marchionne, der die Autosparte von Fiat abspalten und mit Chrysler und dem GM-Geschäft in Europa und eventuell auch in Südamerika und Südafrika zusammenlegen will.

Als Marchionne vor fünf Monaten ankündigte, sich mit anderen Herstellern zu verbünden, ließ Elkann keinen Zweifel an seiner Unterstützung: Es sei besser, "ein kleinerer Aktionär einer größeren Einheit" zu sein, wenn man damit das Überleben des Unternehmens sichern könne. Nun wird daraus ernst.

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