John Rishton
Handelsexperte wechselt zu Rolls-Royce

Von Tiefkühlpizzen zu Flugzeugmotoren: John Rishton wird im März 2011 Vorstandsvorsitzender des britischen Triebwerkherstellers Rolls-Royce. Er tritt damit ein schweres Erbe an.
  • 0

LONDON. Dass er das Geschäft mit Tiefkühlpizzen, Obst und Dosensuppen beherrscht, das hat John Rishton in den vergangenen drei Jahren als Chef der niederländischen Supermarktkette Ahold bewiesen. Jetzt muss er zeigen, was er von Flugzeug- und Schiffsmotoren versteht. Der 52-Jährige wird im März 2011 Vorstandsvorsitzender des britischen Triebwerkherstellers Rolls-Royce. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, wird sich Konzernchef John Rose, 58, dann in den Ruhestand verabschieden.

Rose steht seit gut 14 Jahren an der Spitze des Konzerns. Er hat das Unternehmen zum weltweit zweitgrößten Hersteller von Triebwerken gemacht und zu einem der profitabelsten Anbieter der Branche. Rolls-Royce setzte zuletzt zehn Mrd. Pfund um – fast dreimal so viel wie beim Antritt von Rose als Vorstandschef. Der Gewinn hat sich in dieser Zeit auf knapp eine Mrd. Pfund mehr als verfünffacht.

Zuletzt kämpfte Rolls-Royce aber mit technischen Problemen bei einem Triebwerk: Den Briten wird angelastet, dass Boeing sein wichtigstes neues Flugzeug – den Dreamliner 787 – erst Mitte Februar und damit später als geplant ausliefern wird. Das Problem mit der Dreamliner-Turbine sollte also gelöst sein, wenn Rose im März die Geschäfte an Rishton übergibt.

Neu ist die Luftfahrtbranche für den Handelsexperten nicht. Er war Finanzvorstand bei British Airways, bevor er zu Ahold wechselte. Der Handelskonzern ist nach einem Bilanzskandal knapp der Pleite entgangen. Mit Rishton an der Spitze hat Ahold wieder zur alten Stärke zurückgefunden. Dick Boer, bislang für das operative Geschäft zuständig, wird neuer Ahold-Chef.

Kommentare zu " John Rishton: Handelsexperte wechselt zu Rolls-Royce"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%