John Studzinski
Chef-Investmentbanker verlässt HSBC

John Studzinski, Co-Leiter der Bereiche Finanzmärkte, Firmenkunden und Investment-Banking von HSBC, wechselt zur Beteiligungsgesellschaft Blackstone. Dort soll er die Verantwortung für die Fusionsberatung übernehmen.

HB LONDON. Die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone hat einen der prominentesten Investmentbanker in Großbritannien angeheuert. John Studzinski, Co-Leiter der Bereiche Finanzmärkte, Firmenkunden und Investment-Banking von HSBC, werde die weltweit drittgrößte Bank im Sommer verlassen, hieß es in Finanzkreisen. Für Blackstone soll Studzinski die Verantwortung für die Fusionsberatung übernehmen.

Nach dem Abgang von Studzinkski räumen Experten Stuart Gulliver gute Chancen ein, die alleinige Führung des Investment-Bankings von HSBC zu übernehmen. Gulliver hat bislang das Geschäft gemeinsam mit Studzinski geführt. Erst im Februar hatte HSBC die Führung des Bereichs neu strukturiert, schon damals war in Finanzkreisen heftig über die Zukunft von Studzinski spekuliert worden.

HSBC hatte den 49-jährigen vor drei Jahren von Morgan Stanley geholt, um die Großbank auch im Investment-Banking an Wall-Street-Häuser wie Citigroup oder JP Morgan heranzuführen. Gemeinsam mit Gulliver holte Studzinski Hunderte von Bankern zu HSBC, darunter auch prominente und hoch bezahlt Experten für das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Nach Einschätzung von Analysten fallen die Ergebnisse der Offensive allerdings ziemlich gemischt aus.

Im vergangenen Jahr sank der operative Gewinn des Investment-Bankings von HSBC von 5,2 auf 4,9 Mrd. Dollar. Höhere Einnahmen hatten deutlich gestiegene Kosten nicht ausgleichen können. Zum Vergleich: 2005 war für viele der großen Wall- Street-Häuser ein Rekordjahr. So steigerte die Citigroup den Nettogewinn im Investment-Banking von zwei auf 6,9 Mrd. Dollar.

Studzinskis Ziel war es, HSBC unter die Top-Ten in der weltweiten Fusionsberatung zu führen. Derzeit rangiert das britische Geldhaus auf Rang 13, 2005 lag die Bank noch abgeschlagen auf dem 20. Platz. Derzeit berät HSBC unter anderem den indischen Stahlkonzern Mittal beim Versuch, den Konkurrenten Arcelor zu übernehmen. Analyst Steven Hayne von Fox-Pitt, Kelton glaubt nicht, dass der Abgang Studzinskis die Strategie von HSBC in Frage stellt: „Es wäre sehr teuer, die Offensive im Investment-Banking wieder rückgängig zu machen“, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. mm

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%