Jorge Paulo Lemann will aus dem weltgrößten Brauer Inbev den größten Getränkekonzern der Welt schaffen
Der scheue Midas

Diskret agiert Jorge Paulo Lemann, Brasiliens führender Investmentbanker. Sehr diskret. So diskret gar, dass fast niemand sein Meisterstück im vergangenen März mitbekam: die Fusion des belgischen Bierbrauers Interbrew mit seinem brasilianischen Rivalen Ambev.

SÃO PAULO. Das Resultat heißt Inbev und ist jetzt der größte Braukonzern der Welt. Es war ein Schock für die Branche: Mit diesem Zusammenschluss hatte niemand gerechnet.

Zusammen mit zwei Vertrauten verkaufte Lemann seine Kontrollmehrheit an Ambev mit einem Aufschlag von 100 Prozent für rund vier Milliarden Dollar. Den Erlös tauschte er um in 44 Prozent an der Holding von Inbev.

Lemann persönlich soll die Fusion eingefädelt haben. Durch seine Kontakte als Board-Member von Konzernen wie Gillette, Swiss Re oder Daimler-Chrysler besitzt der Banker mit den Schweizer Vorfahren ein wertvolles Kontaktnetz über den gesamten Globus. Auch Sam Walton von Wal-Mart und Investmentlegende Warren Buffet sollen zu seinen Freunden zählen. Doch als die Bierhochzeit verkündet wurde, tauchte sein Name nicht auf. Nur in Brasilien schlägt Lemann wegen des Ambev-Verkaufs bis heute Empörung entgegen.

Das dürfte ihn kalt lassen – es geht um mehr. Inbev spielt als weltumspannendes Unternehmen in einer anderen Liga als zuvor Ambev in seiner Rolle als Nummer eins in Lateinamerika. Und das nächste Ziel hat Lemann bereits vor Augen: Er will aus dem brasilianisch-belgischen Konglomerat den größten Getränkekonzern der Welt schaffen.

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