JP Morgan
Jamie Dimon, der „Retter der Wall Street“

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, hat es in der Vergangenheit mehrfach geschafft, sich von der Konkurrenz abzuheben - sei es durch charmantes Auftreten oder hervorragende Konzernergebnisse. Passend zu den starken Quartalsgewinnen der Bank, erschien unlängst sogar eine Lobeshymne auf Dimon in Buchform. Was hinter dem "Retter der Wall Street" steckt.

NEW YORK. Man sieht sie noch vor sich, die geschmähten "gierigen Banker", die Chefs der großen US-Institute, wie sie im Frühjahr mit dunklen Mienen bei US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus zum Rapport erscheinen. Sie alle wollen die Rettungsmilliarden des Staates am liebsten sofort loswerden, damit Washington seine Finger von den Managergehältern lässt. Aber nur einer ist auf das Treffen wirklich gut vorbereitet: Jamie Dimon.

Ganz Entertainer zückt der immer charmant auftretende Chef der Großbank JP Morgan einen symbolischen Scheck im Wert von 25 Mrd. Dollar und drückt ihn dem anwesenden Finanzminister Tim Geithner in die Hand. Mit einem Schlag hat er die Lacher auf seiner Seite. Die Aktion zeigt: JP Morgan ist - anders als die meisten übrigen Institute - trotz der Krise stark genug, um das Steuergeld zurückzuzahlen. Und: Im Gegensatz zu anderen kann Dimon dies auch gewieft kommunizieren.

Ein halbes Jahr später hat Dimon nicht nur die Staatshilfe zurückgezahlt und den Quartalsgewinn fast verzehnfacht. Während die Konkurrenz verzweifelt versucht, ihr Image aufzupolieren, wird dem 53-Jährigen sogar ein literarisches Denkmal gesetzt. In der neu erschienen Biographie "Last Man Standing" verleiht Duff McDonald, angesehener Autor der "New York Times", der öffentlichen Wahrnehmung Ausdruck, dass Dimon der "weniger gierige" Banker ist. Dimon sei ein "Held", der 2008 mit der Übernahme der Konkurrenten Bear Stearns "das Finanzsystem rettete", urteilt der Autor etwas überzogen pathetisch.

Imageberater Kaspar Nielsen vom Reputation Institute erklärt das relativ gute öffentliche Standing Dimons so: "Alle Institute haben Geld vom Staat genommen. Aber die Wahrnehmung ist doch, dass seine Bank nicht gerettet werden musste. Stattdessen rettete er andere und damit das System."

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