Juan Terry Trippe gründete die Pan Am
Juan Terry Trippe: Der Vorkämpfer des Billigflugs

Juan Terry Trippe staunte nicht schlecht. Als er 1927 in der Pionierzeit der Passagierluftfahrt seine ersten Flüge aus den USA nach Kuba anbot, war der berühmt-berüchtigte Chicagoer Gangsterboss Al Capone einer seiner ersten Fluggäste. Der ließ ihn wissen: "Sollte uns irgendwas passieren, wäre das nicht besonders gesund für Sie."

Diese Geschichte erzählt der Historiker Robert Sobel über Juan Terry Trippe. Für ihn war der Gründer und langjährige Präsident der Pan American Airways (Pan Am) einer der "klarsichtigsten und risikofreudigsten Unternehmer des 20. Jahrhunderts". US-Präsident Franklin Delano Roosevelt bezeichnete Trippe dagegen als "den faszinierendsten Yale-Gangster, den ich je getroffen habe".

Richard Branson, ein charismatischer Unternehmer unserer Tage, von dem man auf gewisse Weise sagen könnte, er sei ein "Enkel" Trippes, bekannte 1998 in einem Beitrag für das "Time Magazine", Trippe sei kein Vorbildunternehmer nach den Standards von Business-Schools gewesen. Er habe schlecht delegiert und seine Manager oft ungenügend informiert. Doch, so räumte Branson ein, Trippe habe eine Vision gehabt, wie die Welt zu ändern sei.

Trippe war Förderer, Anreger, ja geistiger Weiterentwickler der damals jungen Zivilluftfahrtbranche. Ihm sind einige Meilensteine des zivilen Langstreckenfluges zu verdanken: die Einführung der Touristenklasse, der Einsatz von Düsenjets und schließlich die Idee zum Jumbo-Jet.

Seine beiden Vornamen hatte man Juan Terry Trippe in Erinnerung an die venezolanische Großtante seiner Mutter, Juanita Terry, gegeben. Das führte später immer wieder zu der Annahme, Trippe habe kubanische Wurzeln. In Wahrheit stammte seine Familie von nordeuropäischen Einwanderern ab.

Schon als Junge wollte der 1899 geborene Juan Terry Pilot werden. Sein Vater, ein wohlhabender Bankier und Börsenmakler an der Wall Street, half ihm früh, das Fliegen zu lernen. 1917 nahm Trippe ein Studium an der Yale University auf. Er sollte später sein Geld auch als Makler verdienen. Doch bald verließ er die Hochschule. Er wollte im Ersten Weltkrieg mitkämpfen. Deshalb ließ er sich als Marineflieger ausbilden. Doch bevor er zum Einsatz kam, siegten die Alliierten. Trippe kehrte nach Yale zurück.

Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, übernahm er eine Stelle in einer New Yorker Investmentbank. Doch bald gab er seine sichere Stellung an der Wall Street auf, um seine Karriere, vor allem aber seine Ersparnisse zu riskieren. Denn die Liebe zur Luftfahrt und der Reiz der beginnenden Kommerzialisierung, vor allem durch die neuen Luftpostrouten, waren stärker.

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