Jürgen Ackermann
Führungswechsel bei Galileo

Führungswechsel bei Galileo Industries, der Entwicklungsgesellschaft für das europäische Satelliten-Navigationssystem gleichen Namens. Jürgen Ackermann übernimmt am 1. Juli dieses Jahres die Geschäftsführung von Günter Stamerjohanns, der künftig das gesamte deutsche Raketengeschäft der EADS von Bremen aus leiten wird.

MÜNCHEN. Für Galileo bedeutet der Führungswechsel eine Zäsur. Stamerjohanns hat das Projekt als Chief Executive Officer (CEO) in den vergangenen Jahren weit mit nach vorne getragen: Ein erster Testsatellit ist im Einsatz, der zweite soll im Spätherbst in den Orbit gehen.

Galileo ist das zentrale Raumfahrtprojekt der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Es ist das Gegenstück zum amerikanischen GPS-System und soll 2011 weltweit in Betrieb sein. Schätzungsweise 100 000 neue Arbeitsplätze in Europa sollen dadurch entstehen.

Jürgen Ackermann ist ein EADS-Gewächs. Zuletzt verantwortete er die Entwicklung der Nachfolgesysteme für die Europa-Rakete Ariane bei der ESA in Paris. Hier hat er vor allem als Projektmanager wichtige Erfahrungen gesammelt. Er spricht Englisch, Italienisch und Französisch fließend, eine Qualifikation, die ihm auch im verzweigten Industriekonsortium nicht schaden dürfte. Galileo Industries ist ein Gemeinschaftsunternehmen der großen europäischen Raumfahrtunternehmen und wird aus Alcatel Alenia Space, EADS Astrium, Galileo Sistemas y Servicios (Spanien) und Thales gebildet.

Die komplizierte europäische Finanzierungsstruktur hatte im vorigen Jahr zu Auseinandersetzungen über die Zukunft des Systems und vor allem die Verteilung der Produktions- und Überwachungskapazitäten geführt. Erst im vergangenen Dezember hatten sich die Partner und die Mitgliedstaaten der ESA – auch unter dem Druck der Politik – endgültig geeinigt. Eines der beiden Hauptkontrollzentren wird demnach in Oberpfaffenhofen bei München angesiedelt.

Der bisherige Galileo-Chef Stamerjohanns, 56, hatte sich vehement für den damaligen Kompromiss eingesetzt. Künftig verantwortet er die Weiterentwicklung deutscher Raketentechnik und wird vor allem für die neue, für verschiedene Raketentypen einsetzbare Raketenoberstufe verantwortlich sein. „Ich bin dann die deutsche Stimme im Bereich Trägersysteme“, sagte Stamerjohanns dem Handelsblatt zu seiner neuen Aufgabe. Für die bisherige „deutsche Stimme von Galileo“ hat der Wechsel noch einen Vorteil: Stamerjohanns kann in seine hanseatische Heimat zurückkehren.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter
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