Jürgen Gosch
Vom Maurer zur Kultfigur

Jürgen Gosch hat es als Selfmademan zum Fischkönig von Sylt geschafft – und dehnt sein Reich auf dem Festland immer weiter aus. Der Aufstieg hatte allerdings auch seine dunklen Seiten.

SYLT. Alle wollen was von Jürgen. Ihm mal die Hand schütteln, auf die Schulter klopfen, in den Arm nehmen, einen Scherz, ein „Was kann ich für Sie tun, schöne Frau?“ hören oder wenigstens ein „Hallo“.

Der ältere, untersetzte Mann mit dem grau-weißen Haar ist der Star des Fischlokals im Lister Hafen auf Sylt. Und er genießt es. Er mag es, wenn es laut und eng zugeht zwischen den Hochtischen und der Theke, wo Leute mit Polo-Ralph-Lauren-Hemden oder mit Sweatshirts und Goldkettchen ihre Matjesbrötchen oder Scampiteller abholen.

Jürgen Gosch ist hier, in der „nördlichsten Fischbude Deutschlands“, Kultfigur, Animateur – und der Chef. Schnell verwandelt sich der Mann im Kochgewand zum Kontrolleur. „Guck doch mal, die warten immer noch aufs Essen“, meckert er eine Kellnerin norddeutsch an und klopft nervös mit seinen kräftigen Fingern auf den Tisch.

Es sind die Finger eines gelernten Maurers, der es zum Fischunternehmer gebracht hat. Gosch betreibt heute alleine auf Sylt elf Restaurants und immer mehr Filialen in Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufsstraßen auf dem Festland. Gerade hat er in Düsseldorf seinen 13. „Gosch Sylt“-Ableger jenseits der Insel eröffnet. Und nun ist in der Branche zu hören, dass er ins Ausland will. Gosch möchte sich dazu nicht äußern, „solange nichts unterschrieben ist“.

Außerdem betreibt er eine Fischfabrik, verkauft Fisch im Internet und jede Menge Souvenirs: die „Kuschel-Krabbe“ des Firmenlogos, die er den ganzen Tag in seiner Brusttasche spazieren trägt, Jürgen Gosch als Plastikfigur, ein Buch mit Geschichten aus seinem Leben und Grußworten von Komiker Otto oder Schlagersänger Roland Kaiser und eine CD, auf der Gosch Lieder singt wie „Ein Matjes passt in jedes Portemonnaie“.

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